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Der Ruf nach Krieg

Die Welt bietet uns einen spannenden Kommentar:
„Putin spielt mit uns nach Belieben Katz und Maus“

Schön dass wir inzwischen den Pfad der verheuchelten Rufe nach Frieden verlassen haben und ganz offen nach Krieg rufen dürfen. Dann muss ich mich künftig weniger aufregen.

Zitat: „Noch ist ungewiss, ob die in Minsk vereinbarte Waffenruhe für die Ostukraine tatsächlich in Kraft treten, und wenn ja, wie lange sie halten wird. Fest steht nur: Was daraus wird, hängt von der Gnade Wladimir Putins ab.“
Zitat Ende

Nur von Putin. Um das klar zu stellen. Sollte dort noch ein Schuss fallen, dann war das Putin. Er alleine. Sollte also der Rechte Sektor seine Drohungen wahr machen und weiter kämpfen, dann ist daran Putin Schuld. Er hat laut der Logik des Autors den Separatisten die Gnade entzogen.

Ein Rückblick einschliesslich massiver Kritik am Inhalt der Gespräche folgt:
Zitat:
„Dafür, dass er sich in Minsk als großer Befrieder eines kriegerischen Konflikts spreizen konnte, den er selbst angezettelt und nach Belieben angeheizt hat, wurde dem russischen Präsidenten nicht einmal abverlangt, sich zu seiner tatsächlichen Rolle als Hauptakteur im ukrainischen Drama zu bekennen.“
Zitat Ende

Genau. Man hätte von Putin mindestens ein Schuldeingeständnis oder einen Kniefall verlangen sollen, um die Gespräche gleich mal zu verhindern.
Putin alleine hat den Krieg im Osten der Ukraine zu verantworten. Dass die Menschen zum Beispiel auf der Krim vor dem Referendum Poroschenko vertrieben haben und nichts von den Faschisten wissen wollten, dass Poroschenko sein Wahlversprechen an den Osten (nach der Wahl gibt es Gespräche) gebrochen hatte und statt dessen Kampfhubschrauber auf die eigene Bevölkerung losgelassen hat, das spielt alles keine Rolle.

Dass Poroschenko seine Nationalgarde nicht im Griff hat, ist vermutlich auch Putins Schuld.

Aber es geht weiter:
Zitat: „Das heißt de facto: Putin wird das Eskalieren als ein quasi seiner Natur entsprechendes Gewohnheitsrecht zugestanden, während ukrainische militärische Abwehraktionen zunehmend mit dem Stigma belegt werden, den unerschütterlichen Deeskalationswillen Europas zu obstruieren.“
Zitat Ende

Wann hat Putin irgendwas eskaliert? Bislang hat Russland nur reagiert. Teilweise recht hart. Aber es waren immer Reaktionen und keine Aktionen. Aber vollkommen abstrus ist die Behauptung, die ukrainische militärische Abwehrreaktionen würden stigmatisiert werden.
Diese militärischen Abwehrreaktionen, damit ist der Beschuss der eigenen Bevölkerung gemeint. Und nicht einmal das wird auch nur ansatzweise kritisiert. Von Stigmatisierung zu sprechen spricht dafür, dass der Autor offenbar in einer eigenen Welt lebt.

Aber auch Putins Worte sind Waffen.
Zitat: „Die Verachtung, mit der Putin in Minsk von der demokratisch gewählten ukrainischen Regierung als „den Machthabern in Kiew“ redete, während er die Separatistengebiete mit ihrem angemaßten Titel „Volksrepubliken“ ansprach, lässt ebenso wenig Gutes erahnen wie der herrische Gestus, mit dem er eine Verfassungsreform für die Ukraine einforderte.“
Zitat Ende

Demokratisch gewählte Regierung. Keine Pressefreiheit, die Verhaftung der Oppositionellen, die Unterdrückung der Rest-Opposition, das Parteienverbot der Kommunisten. Super demokratisch. Mal abgesehen von der Verachtung, die diese „Regierung“ für die Menschen im Osten ganz offen und schamlos demonstriert, das sind vermutlich Friedensgesten, die ich nur einfach nicht verstehen kann.

Was will der Autor?
Zitat: „Die hilfesuchenden Blicke der Ukrainer wie anderer osteuropäischer Nationen werden sich daher in nächster Zeit noch intensiver Richtung USA wenden. Dass Washington die Lösung des Ukraine-Konflikts auf Dauer allein den ganz auf ihre Überredungskünste zum Frieden eingeschworenen Deutsche überlässt, ist kaum zu erwarten.“
Zitat Ende

Krieg. Das ist es was man will. Denn die USA sind offenbar nicht auf Überredungskünste zum Frieden eingeschworen. Und deshalb braucht man sie. Sie sind bereit zu bomben, zu schiessen, zu töten. Und genau das wird die Lösung bringen. Wie es im Irak, Syrien, Libyen, Iran und sonst überall seit Jahrzehnten die Lösung gebracht hat.

Und dann wird noch geklärt, wofür Putin steht und wofür die USA stehen:
Zitat: „Denn anders als in Europa setzt sich dort die Erkenntnis durch, dass Putins Ukraine-Krieg Teil eines größeren Projekts russischer Weltpolitik ist: Sie zielt darauf, das westliche Modell einer Weltordnung zum Einsturz zu bringen, das die Achtung der Menschrechte als ein zentrales Element internationaler staatlicher Beziehungen vorsieht. “
Zitat Ende

Obama hat erst kürzlich erklärt, dass es eben manchmal nötig ist, den Staaten die Arme zu verdrehen, um sie dazu zu bringen, das zu tun, was man wirtschaftlich und politisch von ihnen möchte. Die USA foltern, entführen, bomben, stürzen Regierungen.

Und das tun sie alles, weil die Achtung der Menschenrechte ein zentrales Element der internationalen Beziehungen ist.

Jetzt haben es hier hoffentlich alle gelernt.

Unser aller Freiheitsrechte werden durch die USA verletzt, weil die USA diese Rechte achten. Alles klar?

Der Westen schreit nach Blut. Man muss das verstehen. Nachdem die Journalisten und Politiker die Homogenität unserer Gesellschaft so toll finden, ist es trotz aller Begeisterung doch ein wenig dröge immer nur „wir stimmen überein“ zu schreiben und zu sagen.

Wir brauchen Krieg. Damit endlich mal wieder was los ist. Denn Krieg bringt die Menschen in Bewegung. Krieg steigert die Angst und damit den Konsum. Krieg steigert den Nachrichtenkonsum und damit die Preise für Werbung in den Medien. Krieg steigert das Interesse und die Politiker bekommen endlich mal wieder Bedeutung, denn Krieg, das ist dann wichtig und wer sich zum Krieg äussert ist dann auch endlich mal wieder wichtig.

Der Krieg nutzt allen. Also: auf auf. Und ist es nicht traumhaft, dass es gegen den Russen geht? Endlich Rache. Die Russen haben das Ende der Deutschen eingeläutet. Jetzt ist es Zeit zurück zu schlagen. Und das beste daran ist: man muss nicht mal selbst kämpfen. Man hat einen Logenplatz. Denn unsere „besten Freunde“ machen das schon. Und die machen das gerne. Denn die brauchen den Krieg noch dringender als wir. Denn die USA haben es nach 1945 nie geschaftt die Kriegswirtschaft auf eine Friedenswirtschaft umzustellen.

Der Krieg ist ein Wirtschaftsfaktor. Ich spreche nicht von der Rüstungsindustrie. Die ist in vielen Ländern ein Wirtschaftsfaktor. Nein. Die USA sind das einzige Land der Erde, die es sich nicht leisten könnte, die Armee zu reduzieren, weil man gar keine Arbeitsplätze für die Leute hätte.
Die USA sind das einzige Land, das seine Währung dadurch stabilisiert, dass Kriege geführt werden.

Also: passt doch alles hervorragend: die einen sind die Schulhof-Rowdies die gerne alle anderen verprügeln und die anderen sind die, die gerne dabei zu sehen, wenn andere zusammengeschlagen werden, weil sie gerne sehen, wie andere Leiden.

https://propagandamelder.wordpress.com/2015/02/14/propagandameldungen-vom-14-februar-2015/comment-page-1/#comment-2826

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