Am 5.3.2015 lief in der Tagesschau um 17 Uhr (Quelle: http://www.tagesschau.de/multimedia/sendung/ts-7115.html) neben vielem anderen ein kurzer Beitrag über eine am Folgetag eröffnende Fotoausstellung des Fotografen Tomasz Kizny unter dem Titel Der “Große Terror” 1937-1938 in der Sowjetunion, in der der unmenschliche Umgang Stalins mit Oppositionellen dokumentiert werde.

Dabei handelt es sich sicherlich um eine wertvolle und gut recherchierte Ausstellung. Dennoch fand ich schon sehr auffällig, dass diese Meldung gerade jetzt in der Tagesschau erschien, wo doch augenblicklich im (ungeklärten) Mordfall an dem Oppositionellen Nemzow von Seiten der Medien der Eindruck vermittelt wird, der Fall sei ganz ähnlich gelagert wie die Morde unter Stalin, denn im Grunde weise alles auf Putin als moralisch Verantwortlichem – entweder als direkter Auftraggeber eines politischen Mordes oder wenigstens doch als Urheber eines gesellschaftlichen “Klimas, in dem so etwas möglich” sei. Nun wird ohnehin immer wieder versucht, Putin in die Nähe Stalins zu rücken, unterstellt man ihm doch das Ansinnen, UdSSR wieder auferstehen zu lassen.
Ein kurze Recherche ergab, dass zwar korrekt ist, dass die betreffende Ausstellung in Potsdam am 6.3.2015 eröffnet, dass dies aber insofern einen geringen Nachrichtenwert hat, als sie schon seit Jahren an den verschiedensten Orten gezeigt wird. So weist bereits ein Spiegelartikel vom 15.4.2013 (Quelle: http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-92079515.html) darauf hin, dass die Ausstellung nach Berlin komme und bereits in Paris und Warschau zu sehen gewesen sei.

Ich kann in der Entscheidung der Tagesschau den Beitrag auszustrahlen vor diesem Hintergrund nichts anderes sehen, als den Versuch hier in einer journalistisch ziemlich unseriösen Weise antirussische Ressentiments zu schüren.


https://propagandamelder.wordpress.com/2015/03/07/propagandameldungen-vom-7-marz-2015/comment-page-1/#comment-5694

Advertisements