Propaganda-Lacher

Was passiert, wenn man Propaganda betreibt und sie fruchtet nicht? Man legt ein Schippchen drauf. Klappt immernoch nicht? Ein paar Bilder fälschen, Diffamierungen, Beleidigungen. Immernoch Widerstand? Alles zum Feind erklären, das widerspricht. Und dann?
Man legt nach und legt nach. Und irgendwann hat man dann das Level der Welt erreicht. Unfreiwillige Satire.

Eigentlich zeigt der Artikel die gesamte Boshaftigkeit, zu der man in diesem Propagandakrieg bereit ist zu greifen. Die Bereitschaft jede Regel von Anstand und Journalismus zu verletzen. Den Willen, den Feind zu vernichten, um jeden Preis.

Und das Ergebnis: das beste Stück Satire das ich je gelesen habe.

Einfach zuviele Schippchen drauf gepackt. Ehrlich gesagt: ich hätte mich fast bepieselt vor lachen.

Bereits die Überschrift „Die Masche von Putin und Tsipras – nein sagen!“ ist klasse.
http://www.welt.de/debatte/kommentare/article138545492/Die-Masche-von-Putin-und-Tsipras-nein-sagen.html

Ich dachte schon, jetzt regt man sich darüber auf, dass Griechenland und Russland sich in irgendwas nicht einigen könnten, nachdem man sich vorher aufgeregt hatte, dass diese beiden womöglich „Ja“ zu einer Zusammenarbeit sagen könnten.

Nein. Bei diesem Artikel handelt es sich um eine knallharte Analyse. Aus Gründen der Effizient rechnet man einfach mit den beiden aktuellen Feinden auf einmal ab.

Hier die Liste der besten Vokabel und Redewendungen dieses Artikels (wenn was von mir ist, dann setz ich das in Klammer, der Rest steht wirklich und wahrhaftig so im Text):

Putin – „ein archaischer Politiker“

„Aus dem Raum rusischer Vergangenheit heraus operieren“

zu EU Politikern: sie bewegen sich in einem „diskursiven Universum“ (wusst ich doch, dass die nicht von der Erde sind)

„Putin ist insofern postmodern, als er bewusst den Vormodernen spielt.“

( archaisch, russische Vergangenheit, postpodern, vormodern …die sind auf der Zeitachse unterwegs als sei es ein Kreisverkehr. Aber ich muss jetzt sofort an den Kreml schreiben und fragen, welches Jahr auf dem Kalender des Präsidenten steht, ich bin jetzt echt total verwirrt. Archaisch, vormodern – also hängt in der Vergangenheit und dann postmodern, heisst, er ist seiner Zeit voraus? Und ab wann ist es modern, den Vormodernen zu spielen, ich will keinen Trend verpassen. )

„Russland steht immer schon außerhalb anderer Zivilisationen“
(Der Absatz ist genial, weil er beklagt, dass es doch noch Länder gibt, die den Begriff Globalisierung inzwischen richtig mit dem Begriff Kolonialisierung übersetzen und daher dankend verzichten),

„Zu Griechenland ist alles gesagt – und doch nicht viel.“
(Geil, oder? Mal ehrlich. DAS nenn ich ne Beleidigung. Zu Griechenland ist fix alles gesagt, für die braucht man nicht viel Worte)

„die regierende griechische Provo-Truppe“
(Ich bin mal gespannt, wann aus dieser Truppe ein Regime wird. Aber das muss ja langsam wachsen).

(sie verstören)“Vor allem dadurch, dass sie sich nicht an das europäische Tina-Prinzip halten, an das Prinzip: There is no alternative.“
(ich wusste nicht, dass die geistlose Politik unserer Kanzlerin inzwischen zum Prinzip für die gesamte EU gilt.)

„Es ist ein eisernes Gesetz der EU, dass die europäische Integration ausschließlich ein Weg nach vorne ist.“
(das wusste ich doch. Egal wie tief die Scheisse ist, in die man sich hineinmanövriert, es gibt keinen Weg raus, sondern nur tiefer hinein. Immernoch besser als zuzugeben, dass man was falsch gemacht hat. Geil ist, der Weg nach vorne ist auch gar nicht näher definiert. Also: folgt uns, wir haben keinen Plan wohin, aber es wird schon schlecht werden).

„Die ganze Provokation der Griechen besteht darin, dass sie sich – so lange sie können – nicht beugen.“
(Und ich dachte immer sich nicht zu beugen, so lange man kann, das heisst Widerstand. Aber Worte verändern sich. Heisst das jetzt, dass ich lt. Grundgesetz das Recht auf Provokation hab?)

„Sein Verhalten empört auch deswegen, weil es den anderen im Grunde ihres Herzens gar nicht so fremd ist. Jeder Cent, der ausgegeben wird, muss erst einmal verdient werden: Dieser Imperativ war und ist durchaus verhasst, und es gibt nicht einen Staat Europas, der sich stets daran gehalten hätte. Die schwäbische Hausfrau ist keine beliebte Person.“

(Hä? Was raucht der Typ? Welche schwäbische Hausfrau? Und wer in Europa weiss was von Schwaben? Soll jetzt die Kehrwoche auch noch eingeführt werden? Fragen über Fragen. Und der Autor lässt mich alleine damit zurück und wessen Verhalten jetzt welche anderen empört… das weiss nur der Autor des Werkes, der sich offenbar im Universum seiner zahlreichen Worte verlaufen hat. )

„Die Besonderheit der griechischen Regierung besteht darin, dass sie es nicht dabei belässt, der schwäbischen Hausfrau ein Schnippchen schlagen zu wollen. Sie kündigt den Vertrag mit der haushälterischen Vernunft in toto auf.“
(Welcher schwäbischen Hausfrau zum Henker? Wieso verhandelt Frau „adele“ mit den Griechen? Und was ist mit dem Rest Deutschlands, wo uns Europa schon nicht interessiert)

„Die Zumutung, die sie darstellen, ist umso größer, als sie beharrlich bei diesem Nein bleiben – und zugleich die Währungsunion nicht verlassen wollen.“

(Eine Zumuting stellen die Griechen inzwischen dar, weil sie das Wort nein entdeckt haben und es nutzen. Wer in der Währungsunion sein will, der hat gefälligst ein Ja-Sager zu sein. Ohne Wenn, ohne Aber und wohl auch ohne Verstand, aber auf jeden Fall ohne Gewissen, ob der Zustände, die der Kurs der EU im eigenen Land anrichtet.)

Aus dem, was als knallharte Abrechnung werden sollte, wurde ein Drehbuch. Eine schwäbische Hausfrau sucht das beste Maultaschenrezept der Welt und begegnet auf ihrer Reise durch Zeit, Raum und Bewusstseinsebenen Persönlichkeiten aus der Weltpolitik.

Oops. Offenbar hatte der Autor nicht geraucht, sondern eine ansteckende Krankheit. Aber ehrlich; Weltpolitik mal so zu sehen ist spassig.

Ich wünsche allen einen heiteren guten Morgen.
Eure Petra


https://propagandamelder.wordpress.com/2015/03/19/propagandameldungen-vom-19-marz-2015/comment-page-1/#comment-7033

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