Dass es in Utah bald wieder Erschießungskommandos geben soll, um Menschen hinzurichten, berichtet z.B. die “Tagesschau” durchaus:
http://www.tagesschau.de/ausland/utah-erschiessungskommando-101.html

Aber stellt sich eigentlich nur mir die Frage, warum jedes vermeintliche “Schwulen-” bzw. angeblich gar “Anti-Schwulen-Gesetz” in Russland für so viel Empörung sorgt, während man über die Todesstrafe in den USA und die diversen Methoden diskutiert, als sei das allenfalls ein bisschen kontrovers, aber keinesfalls unwürdig, und außerdem sei die Mehrheit der Bevölkerung ja dafür… Deswegen jetzt beim Eurovision Song Contest einen Song gegen die Todesstrafe singen oder einen Ex-Häftling, der unschuldig im Gefängnis saß und nur wegen fehlender Todesstrafe noch lebt antreten zu lassen, kommt sicher keinem in den Sinn. Oder zum Boykott von Sportveranstaltungen in den USA aufzurufen? Dabei hätten wir ja noch einiges mehr anzubieten, etwa Hinrichtungen ohne Prozess und Urteil, durch Drohnen (aber das trifft ja nur Ausländer, daher wohl nicht so schlimm…), illegale Gefangenenlager in anderen Ländern (u.a. in der EU) etc. Und dann haben wir über die vielen Kriege, regime changes etc. noch keine Silbe verloren.

Übrigens: Russland hat die Todesstrafe schon seit vielen Jahren ausgesetzt und hält sich an die Europäische Menschenrechtskonvention. Praktiziert wird sie aktuell nur von wenigen Ländern, u.a. Saudi-Arabien (auch bei Ehebruch oder praktizierter Homosexualität), Iran, China, Syrien. Das ist die Gesellschaft der “westlichen Werte”, in der sich die USA befinden, und komischerweise haben sie (und auch wir bzw. unsere Politiker und Presse-Lügner damit kein echtes Problem.

Und noch eine Beobachtung:
Bei den Kommentaren zum “Tagesschau”-Artikel (die jetzt mal wieder geschlossen sind, wegen “Überlastung”, das ist das neue Wort für “antiamerikanisch” – allzu viel USA-Kritik soll es nämlich nicht werden), gibt es einen, der wie folgt lautet:

Endlich …mal gute Nachrichten aus den USA.

So etwas wird nicht zensiert. Also, um nicht missverstanden zu werden, ich wäre auch gar nicht dafür, im Gegenteil. Es zeit eben, dass es auch bei uns Befürworter dieses unwestlichen Unwerts gibt, vermutlich gibt es solche auch unter den Lesern dieses Blogs. Es ist ein Auszug aus der Realität. Aber: Würde ein entsprechenden Kommentar zu den russischen “Schwulengesetzen” (mal ganz abgesehen davon, dass diese sowieso völlig falsch dargestellt werden) ebenfalls erscheinen dürfen? Laut Lesart von Politik und Medien sind wir in der EU, erst recht in Deutschland, alle vollkommen und absolut tolerant. Nur so kann eine “Conchita Wurst” den Song Contest gewinnen. Leute, die das weniger gut finden? “Gibt’s nicht, bzw. na gut, ein paar vielleicht, aber die sind ja Nazis”. Um nochmal nicht falsch verstanden zu werden – ich selbst bin tatsächlich tolerant, frage mich aber auch, warum Homosexualität derart aufgebauscht, in den Mittelpunkt gerückt und verklärt werden muss – das wird Heterosexualität schließlich auch nicht. Mir geht es hier um den so extrem unterschiedlichen Umgang unserer Medien mit Russland bzw. den USA, der im Grunde tagtäglich ins Auge springt – nur den entsprechenden Redaktionen offenbar nicht…


https://propagandamelder.wordpress.com/2015/03/24/propagandameldungen-vom-24-marz-2015/comment-page-1/#comment-7473

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