Amerikanische Werbung, deutsche Unterwürfigkeit und die Märchenstunde

Hallo meine Lieben,

ich gestatte mir an dieser Stelle einen Bericht über den Dragoon Ride, der am 1.4. in den Rose Barracks in Vilseck sein Ende fand.

Das Verwirrspiel lief seit einigen Tagen und fand heute einen mehr als irren Höhepunkt.

Vor Tagen hiess es: der Ride wäre am 1.4. in Prag. Dann hiess es, an diesem Tag kommt er in Vilseck an und wird gegen 14.15 Uhr dort erwartet.

Dann wiederum erklärte der Bürgermeister von Vilseck: der Konvoi wird um ca. 10 Uhr in Vilseck am Marktplatz eintreffen und er freue sich darauf, diesen zu begrüssen.

Heute morgen um 10 Uhr in Vilseck:

Ca. 30 Demonstranten fanden sich ein. Sie standen friedlich da, hatten ihre Schilder in den Händen und warteten.

Ansonsten noch ein paar Einwohner, die guckten und sie machten mir den Eindruck, dass sie einfach deshalb da waren, weil in dem verschlafenen Nest sonst nix los ist.

Ich ging in den örtlichen Schreibwarenladen (es gab da nur einen) und fragte nach Fähnchen (für welches Land liess ich offen, aber selbst wenn die Einwohner mit US Flaggen hätten winken wollen, es gab gar keine zu kaufen).

Natürlich. Die Einwohner mögen die Amerikaner. Denn diese sorgen für Umsatz. Um es genau zu nehmen: Vilseck ist komplett amerikanisiert. Ein knapp 7000 – Seelennest in der Oberpfalz und fast alle Geschäfte werben zweisprachig. Die Deutsche Bahn geht sogar so weit, dass sie die Hausordnung des Bahnhofes im Wartebereich an den Gleisen schon nicht mehr auf Deutsch, sondern ausschliesslich auf Englisch aushängt.

Einer der Bewohner bot sich später dann der Polizei auch als Hilfssherif an:
Am Eingang zum Südlager der US Einrichtung fuhr er an einem Polizeiwagen vorbei und fragte ganz dienstbeflissen, ob denn Bedarf an den „ortsfremden Autokennzeichen“ bestehen würde.

Auf einer Strassenseite standen 2 oder 3 Amerikaner (recht jung) und wunderten sich: sie verstehen nicht was die Demo soll.
Diese zogen ab. Und es war schnell klar: da kommt keiner. Der Konvoi muss schon wieder verlegt worden sein.

Die Amerikaner fühlten sich durch die paar Leute so bedroht, (und das obwohl mehr Polizisten als Demonstranten das kleine Kaff heimsuchten), dass der arme Bürgermeister sich nicht auf dem „Marktplatz“ (ein ca. 25m² grosses Fleckchen umgeben von Gras und platten Blümchen, aber immerhin mit Sitzbänken und Aschenbecher) in Szene setzen konnte.

Der Bayrische Rundfunk berichtet hier:
http://www.br.de/nachrichten/oberpfalz/inhalt/dragoon-machtdemonstration-oberpfalz-100.html
Zitat: „Von dort rollt der Militärzug über die B14 bis nachVilseck (Lkr. Amberg-Sulzbach). Hier begrüßte Bürgermeister Hans-Martin Schertl (Arbeitnehmer-Eigenheimer) bereits einige der Fahrzeuge und deren Besatzungen der ersten Gruppe stellvertretend für den ganzen Konvoi offiziell.“
Zitat Ende

Hier allerdings:
http://www.br.de/mediathek/video/sendungen/nachrichten/nato-us-panzer-konvoi-100.html

Wird klar: er hat die Leute in Schlicht begrüsst. Wegen der blöden Demonstranten. Und zwar wegen „20 ortsfremder Demonstranten“… Und da denkt man nicht drüber nach, wie lächerlich das klingt, dass so ein Konvoi wegen 20 Figürchen umgeleitet wird.
Es ist einem nicht peinlich, dass man so sklavisch ergeben ist, dass man versucht das Demonstrations-Recht durch ein „Hasch-Mich-Spielchen“ auszuhebeln, damit es ja nichts die schöne US Propaganda versaut.

In einer Sendung des BR (und leider find ich das nicht mehr) wurde berichtet: die Demonstranten kämen aus Sachsen und seien „Pegida-nah“.

Nun ja. So kann man es sehen. Allerdings liegen mir da „Insider-Infos“ vor. Die Teilnehmer waren aus verschiedenen Städten. Eine aus Regensburg. Einige Teilnehmer der Friedensbewegung „Endgame“ Halle.
http://friedensbewegung-halle.de/tag/endgame/

Düsseldorf und Hannover waren auch vertreten. Und 2 Frauen aus Mannheim.

Die Demonstranten sind ja auch nicht doof und fingen dann wenigstens noch die letzten antrabenden Dragoner beim Südlager ab.

Ab Min 1.55 sieht man ganz gut das Grüppchen Demonstranten, die sich nicht haben abschütteln lassen (trotz aller Versuche).

Dort hatten sich nach dem ganzen Hin und Her dann ca. 20 Demonstranten gegen die US Truppen versammelt und ca. 10 pro-USA Menschen. Denn: man hatte selbst für die überzeugtesten Transatlantik-Fans zu viele Haken geschlagen. So wusste man einfach nicht mehr, wo man denn „seine Boys“ begrüssen sollte. Aber dafür gab es eine Menge Polizei in Zivil und Uniform und ein paar US Soldaten.

Während der ersten 2 Abteilungen, die dann noch gegen Mittag da durch kamen, standen auf der anderen Seite 2 Frauen mit Putin Shirts und liessen sich von den US Soldaten zuwinken.

Die ekelhafteste, nicht professionelle, Verzerrung der Wahrheit und Verunglimpfung fand ich hier:
https://kosmologelei.wordpress.com/2015/04/01/war-wohl-nix/comment-page-1/

Zitat:
„Die russische Propagandaschleuder RT wollte heute auf Youtube einen Live-Steam bringen von den Demonstrationen anlässlich der Ankunft von Dragoon Ride in Vilseck. Tja, Dragoon Ride ist seit einer halben Stunde in Vilseck, Jahrmarktstimmung auf dem Platz, aber keine Demo.“
Zitat Ende

Wer da die Dreckschleuder ist, sei dahin gestellt.
1.  Die Leute von RT waren auf dem Marktplatz, haben Bilder von den Demonstranten gemacht (wie BR auch)

Die Leute von RT waren sogar in Schlicht und haben den Kovoi noch filmen können
Auf dem Marktplatz von Vilseck war gar nix. Ich meine echt überhaupt nix los, denn es schneite, windete und hagelte im Wechsel. Aber Soldaten waren da Fehlanzeige.
Aber ich geb es zu: in Schlicht, da war der Bürgermeister von Vilseck. Und der Empfang der Soldaten wurde später dann auch noch laut. Und da war auch Jahrmarktstimmung. Aber.. das waren ja, wie sag ich es dem Euphoriker auf US Pillen? Das waren die Angehörigen der Soldaten, die da gejubelt haben.

Das kann man hervorragend hier sehen:

Und für den Fall, dass man Bilder von DIESEM Kovoi zeigt, um die Begeisterung der Deutschen zu demonstrieren:

Bei Min 6.49 sieht man, dass die Massen auf der rechten Seite der Strasse in der Mehrheit Soldaten sind.

Bei Min 7.15 hört man die „Volksfeststimmung“

Bei Min 7.50 sieht man, wer die veranstaltet, Amerikaner.

Bei Min 9.33 sieht man schön, dass das nicht eine Strasse in einem Städtchen ist, sondern dass das direkt vor den Barracks statt findet, denn solche Bauten gibt es in diesen Örtchen nicht.

Bei Min 20.38 erkennt man sogar noch besser wer da immer „huuu“ und so schreit

Bei Min 25.18 erkennt man klar, dass es sich um Amerikaner handelt (vermutlich die Familien der Soldaten), denn eine Frau trägt ein kleines Schildchen auf dem steht: „Army Wife“

Einfach nur, falls einem Auszüge von dieser Veranstaltung vor die Nase gehalten werden und man keine Lust hat, sich den Kram komplett rein zu ziehen.

Stars and Stripes berichtet:
Voller Erfolg.

Zitat: “We were pleasantly surprised,” Meyer said. “Every overpass on all the autobahns all the way back were lined with people flying their country’s flag and the United States flag. It was truly amazing, the turnout and the support. I think it really shows how those countries view the United States.”
Zitat Ende

Soso… an allen Autobahnen haben sich Menschen aufgereiht um die Fahnen ihrer Länder und die der USA zu zeigen.
Ja gut. Also hier sah das nun nicht gerade so nach von Menschen gesäumten Strassen aus. Also reden wir mal nicht von Autobahnen… es reichte nicht mal um Kreuzungen zu füllen.

Also ich seh da ziemlich leere Strassen. Und eine Armee, die die zentralen Plätze meidet, damit auch keiner sieht,  WELCHE Ansicht die Menschen gegenüber den USA eben auch vertreten.

Zum Abschluss: ich bin ja eher von der nachdenklichen Sorte. Ein Uniformierter (deutscher Polizist) filmte bzw. photographierte die Teilnehmer der Demo. Im Örtchen Vilseck waren mindestens 2 Leute ziemlich undezent und man sah ihnen die Abneigung gegen die Demonstranten an und sie photographierten konsequent alle Anwesenden. Wenn man ihnen Aufmerksamkeit schenkte, wechselten sie den Standort und verschwanden dann auch ganz.

Ja. In Deutschland gibt es ein Demonstrationsrecht.
Nur: heute hab ich verstanden, was „der Polizei bekannt“ bedeutet. Man geht auf eine Demo, muss damit leben, dass man photographiert und mittels biometrischer Daten identifiziert und dann registriert wird (darauf wette ich).

Ausserdem muss man damit leben, dass man noch so friedlich da stehen kann (Worte tun ja keinem weh), und man trotzdem Anlass ist, dass ein übermässiges Polizeiaufgebot vor Ort ist. (Bewaffnet, mit Schutzwesten etc)
Wenn das nicht auf so manchen einschüchternd wirkt, dann weiss ich auch nicht.
Irgendwas läuft falsch.

Meine letzten Gedanken: was hat dieser Blödsinn wohl gekostet? Nehmen wir mal die „Jubler“ und das waren dann doch nicht ganz so viele wie erwartet, wie auch der eine oder andere Kovoifahrer feststellen musste.

Nehmen wir die Kosten für den Transport des Konvois zum Ausgangspunkt.
Dazu die Konvoi-Kosten.
Die Kosten für die Marketing Aktionen (die Inszenierung der Filmchen hat man sicher nicht den Soldaten selbst überlassen).
Dazu die Kosten die in den Ländern (Übernachtung, Sicherheit etc) entstanden
Dazu die Kosten für die Änderungen bei Temin und Planung, um den Demos aus dem Weg zu gehen

Dann sollte man diesen Betrag durch die Anzahl der Jubler teilen, um zu wissen, was den USA ein Mensch, der ihnen Beifall spendet wert ist.

Ehrlich gesagt: ich habe keine Zahlen gefunden. Ich will sie auch gar nicht wissen. Ich glaube das Ergebnis würde ich als obszön empfinden.


https://propagandamelder.wordpress.com/2015/04/02/propagandameldungen-vom-02-april-2015/comment-page-1/#comment-8733

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