Claus Kleber reist um die Welt

Auf unserem Planeten müsste kein Mensch verhungern oder verdursten, wenn wir alles richtig machen würden. Eine optimistische Vision, die Claus Kleber auf seiner Reise zu den Brennpunkten des Hungers und der Wasserknappheit hinterfragt.

http://presse.phoenix.de/dokumentationen/2015/04/20150423_Durst/20150423_Durst.phtml

Wer wollte konnte gestern Abend mit einem überwiegend verschwitzten und schlecht frisierten Claus Kleber auf eine gebührenfinanzierte Weltreise gehen: Australien, China, Afrika, Indien und natürlich die USA, überall dort, wo noch Hunger und Durst herrschen. Oder Lebensmittel im großen Stil industriell produziert werden.

In China entdeckt er riesige Rinderfarmen mit 18.000 Kühen und ist besorgt über den Fleischhunger der Chinesen. Dazu gibt’s eine Grafik (den Trick kennen wir von ihm) mit exponentiellem Anstieg des Fleischverbrauchs in China während der der USA nur leicht wächst und weit hinter China zurückbleibt. Dazu gibt’s Bilder von knusprigen Enten auf dem Grill.
Dass es dabei um absolute Zahlen geht, muß sich der Zuschauer denken, denn pro Kopf gerechnet verbraucht ein Chinese bestenfalls 1/5 der Menge, die ein gut genährter Amerikaner so in sich rein stopft.

Und als ob es die Armen in der Dritten Welt nicht schon schwer genug haben, rückt ihnen nun noch unser menschelnder Claus auf den Pelz. Mitgefühl heuchelnd erkundigt er sich, was es denn so zu essen gibt, fühlt sich dann aber z.B. in Indien schnell “überfordert” wenn es um Zusammenhänge geht, die nicht in sein Weltbild passen. Obwohl sich der Weizen zu Bergen türmt, findet er hungernde Kinder in den Straßen. Wie das?

Noch schwieriger wird es für ihn in Australien, wo auf riesigen Feldern riesige Mengen Weizen mit riesigen Mähdreschern von dicklichen Australiern geerntet werden. Die ihm gleich ihr Leid klagen: Saatgut, Dünger..alles monopolisiert, die Preise afür steigen von Jahr zu Jahr, während die Erzeugerpreise schwanken. Gen – Weizen, den Markt beherrschen 4 große Agrar-Konzerne, davon sind 3 aus den USA.

Kann Claus Kleber 1 und 1 zusammenzählen? Noch nicht.

In Afrika trifft er auf Dörfer ohne Land, letzteres haben die Häuptlinge verkauft oder verpachtet und die ehemaligen Bauern mit einem Taschengeld abgefunden. An wen verkauft? Amerikaner, Australier, Europäer.. ein paar Chinesen sind auch schon dabei.

Und Claus? Fällt der Groschen? Wenigstens pfennigweise? Natürlich nicht.

In den Nachrichten hat der Gute ja zuletzt öfter mit der Ukraine zu tun, unschönes Thema, bringt ihm so gar keine Sympathie bei seinen Zuschauern ein. Ukraine? Weizen? War da noch was? Die besten Böden der Welt, riesige Flächen, nur leider bisher von den falschen Leuten beackert. Claus Kleber? Kann das nicht wissen, darüber hat er nicht berichtet.

Ich verlinke mal (Tabubruch) noch einen Artikel zum Thema aus der Zeit:

Wettlauf um die ukrainische Schwarzerde
Die Felder der Ukraine sind kostbar und begehrt. Was hat das mit dem Krieg im Osten des Landes zu tun? VON ALEXANDRA ENDRES

http://www.zeit.de/wirtschaft/2015-03/ukraine-landwirtschaft-schwarzerde-monsanto


https://propagandamelder.wordpress.com/2015/04/24/propagandameldungen-vom-24-april-2015/comment-page-1/#comment-10778

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