Was Geschichte ist bestimmen wir!
Heute in der Sendung „Unter den Linden“ auf Phoenix

Natürlich das Thema: die Stunde 0 – der 8. Mai die bedingungslose Kapitulation Deutschlands.

Da durfte man dann hören: ja, die Nürnberger Prozesse waren wichtig. Allerdings fällt ein Schatten auf diese Prozesse, nämlich der, das die Sowjetunion da auch über Deutschland zu Gericht sass.
Ein Staat der selbst so viel Unrecht beging etc.

Da stell ich mir gerade recht empört die Frage: was auch immer Stalin und weitere Herrschenden der Sowjetunion getan haben mögen, was zum Henker ändert das an den Verbrechen die Deutschland an den Russen begangen hatten?
Was ist denn das bitte für ein Rechtsverständnis?
Zwei Sorten Opfer? 27 Millionen Tote… egal, denn die sind ein Regime?

Schön. Wirklich. Jedenfalls eine sehr feine Erklärung für die aktuelle Weltpolitik. Morden ist böse, es sei denn man ermordet jene, die Schurken sind. Dann kann man ja auch gleich wieder die Todesstrafe einführen.

Kaum hatte sich meine Schnappatmung wieder gelegt, folgte der nächste Klops:
Die Nürnberger Prozesse hatte für verschiedene Staaten verschiedene Bedeutung. Die Sowjet wollten Revanche. Die USA wollten Massstäbe setzen. Für das Völkerrecht. Denn ohne Nürnberger Prozesse gäbe es bis heute kein Haager Gerichtshof.

So. Was jetzt allerdings nicht erwähnt wurde, dass diese edelmütigen Amerikaner diese wertvolle Errungenschaft der Zivilisation bis heute noch nicht anerkannt haben.

Aber nicht dass man das nicht noch steigern könnte:

da erwähnt jemand, mal sollte als Zuschauer unbedingt genauer hinsehen und nicht der Propaganda auf den Leim gehen. Das mit der Befreiung war vor allem in Brandenburg nicht so ganz so, denn da sind ja ganz schlimme Dinge passiert. Zivilisten wurden erschossen, obwohl sie nichts getan haben und die ganzen Vergewaltigungen. …

Gut, mag sein, dass das passiert ist. Mag auch sein, dass die Amis viel netter zu den Deutschen waren.

Aber vielleicht sollte man auch nicht ausblenden, dass es für die Amis eher einfach war, nett zu sein. Deren Land wurde nicht überfallen. Deren Frauen wurden nicht vergewaltigt. Deren Leute wurden nicht durch Sonderkommandos in Massen erschossen. Deren Leute hat man auch nicht zu Tausenden in der Kriegsgefangenschaft im Osten bewusst verhungern lassen.

Und um das noch abzurunden: was der Putin da veranstaltet mit der Parade da, das ist pure Propaganda. Dabei wird ausgeblendet, dass Stalin ein schlechter Oberkommandierender war, dass er die militärische Elite erschiessen hat lassen, dass Stalin in diesem Krieg wegen seiner Einmischung unglaublich viele Russen das Leben gekostet hatte.

Diese Parade findet nun schon seit Jahrzehnten statt. Das ist nicht Putin. Das ist Russland. Einmal im Jahr darf auch die französische Armee einen Betriebsausflug mit Parade und Luftshow etc machen. In beiden Fällen ist es eine Tradition. In beiden Fällen gedenkt man dabei auch an die gefallenen Soldaten. In beiden Fällen wird an diesem einen Tag der Blick auf die Soldaten gerichtet, die im Notfall bereit sind, für ihr Land ihr Leben zu lassen.

Und die Aufregung über die Parade in Moskau, die gibt es erst, seit der Ukraine-Krise. Vorher hatte man damit ebenso wenig ein Problem, wie mit der französischen.

Auch Angela Merkel hatte damit 2010 kein Problem. Damals hatte sie als Gast dieser „Propaganda“ nämlich beigewohnt.
Und kein Aufschrei erfolgte, wie bös das Angela ist.

Ja, man muss über die Geschichte sprechen. Ja, man muss vielleicht an der Geschichtsschreibung Kritik üben. Ja, man muss Geschichte immer wieder neu beleuchten.

Aber all das muss vor dem Hintergrund neuer Erkenntnisse geschehen und darf ganz sicher nicht das Ergebnis aktueller Tagespolitik sein!


https://propagandamelder.wordpress.com/2015/05/04/propagandameldungen-vom-04-mai-2015/comment-page-1/#comment-11699

Advertisements