Gewalt durch Bundespolizisten

Ich bin mal wieder sauer. Und zwar so richtig. Ich fühle mich nämlich ziemlich verarscht.

Ein Polizist soll Asylbewerber in Zellen misshandelt haben, hat das im Internet verbreitet, keiner hat was mitgekriegt und das ist nun auch schon Monate her.

Ja, mein erster Gedanke war: wenn das in Russland gewesen wäre, hätte man was vom Fremdenfeindlichen Klima geschwafelt, das natürlich Putin persönlich zu verantworten hat.

Aber mein zweiter Gedanke: SO kann das in Russland gar nicht passieren. Jedenfalls nicht, dass keiner was mitkriegt, ergo ohne Mitschuldige.

Lassen Sie mich etwas Formales klären, bevor ich das erläutere.
Ich hoffe, dass die Leser inzwischen als glaubwürdig kennen und mir daher ein wenig Vertrauen schenken. Denn für die folgenden Aussagen kann ich leider keine Belege oder Links hier vermerken.

Was ich weiss: wenn man in Russland bei einem illegalen Grenzübertritt in eine Zelle kommt, dann ist man niemals und ich meine wirklich niemals mit einem einzigen Beamten alleine.

Wenn man in der Zelle sitzt erhält man einen kleinen Beeper, der sieht aus wie eine kleine Computer-Maus und hat ungefähr die Grösse eines Autoschlüssels. Der ist für Notfälle.

Wenn man den Beeper drückt, wird die Zelle unter einer Minute geöffnet. Von einem Beamten und der zweite steht in Sichtweite.

Ob man nun zu Verhören geführt wird, bei Verhören sitzt… man ist niemals mit einem Beamten alleine.

Eine der ersten Fragen: brauchen Sie einen Arzt? Und wenn man das verneint und einem Beamten zum Beispiel ein Hinken auffällt, dann wird das gemeldet, danach wird gefragt was los ist und nochmals gefragt, ob man einen Arzt benötigt. Hat man blaue Flecke, werden diese protokolliert und auch da die Frage: wie, wann, wo.

Und jetzt zu meiner Wut: will man mir sagen, dass wir, in unserem fortschrittlichen Deutschland, solche Regelungen nicht haben?

Versucht man mir hier wirklich gerade klar zu machen, dass es den anderen Beamten nicht auffallen würde, wenn einem Häftling Schaden zugefügt wurde, und es ihm nicht gut geht?
Will man mir wirklich sagen, dass es sich mal wieder um einen der berühmten „bedauerlichen Einzelfälle“ handelt, für die unsere Behörden inzwischen berüchtigt sind?

Mir kann doch keiner sagen, dass das nicht systematisch ist, wenn so ein Kerl sich mit seinen Taten auch noch ohne Schamgefühl im Internet brüstet. Das klingt mehr nach: da weiss einer, dass ihm kaum was passieren wird.

De Maizière sagte: wenn sich der Verdacht erhärtet, dann ist das gänzlich inakzeptabel. Ach was. Echt jetzt. Wer zum Henker wäre denn davon ausgegangen, dass es etwas anderes als eine abgrundtiefe Schande ist?

Und verarscht fühle ich mich in Gänze, weil ich das Ende vor mir sehe: der eine wird gekreuzigt, von irgendwelchen persönlichen Dramen gezeichnet, psychisch angeschlagen hat er die Nerven verloren, keiner hat was mitgekriegt und er wird bestraft. Aber Das System wird nicht in Frage gestellt, gegen die Mitwisser, die es geben MUSS wird wegen „mangelnder Beweise“ nicht vorgegangen, mit Sätzen wie „der Verdacht steht im Raum, lässt sich aber nicht belegen“ wird die Angelegenheit dann beerdigt.

Denn man beginnt jetzt schon damit, die Beamten zu entschuldigen: auf der Wache hätte „ein Klima der Angst geherrscht“ der Mann hätte Kollegen mit der scharfen Waffe bedroht.
Ja, also einer. Und von den „Kollegen“ hat sich keiner an die Polizeigewerkschaft, den Verein „kritische Polizisten“ oder sonst was gewandt? Ganz ehrlich, dass sind Menschen, die eine hohe Verantwortung tragen, man sollte meinen, dass die dann in der Lage sind, in einer solchen Situation richtig zu reagieren. Spätestens wenn sie aus der direkten Gefahr wieder raus sind, also zum Beispiel nach Feierabend.

Einer der Vertreter des Vereins „kritische Polizisten“ hat auf N24 übrigens ganz klar die Aufklärung des Vorfalls bezweifelt und spricht von Vorfällen, die Banden-Niveau haben. Und er erklärte, dass wie bei jeder Bandenkriminalistät die Vertuschung bereits begonnen hat.

Mahlzeit!

Und ja, es ist noch in den Nachrichten. Aber es versickert schon so langsam. Statt einer Sondersendung, die man normalerweise wegen jeder Flatulenz kriegt, ist es eine normale Meldung. Genau so lange wie die Meldung, dass Obama jetzt twittern darf. Wenn irgendwo irgendeine priviligierte Adelstante wirft, wird man ebenfalls ausführlicher informiert.

Und jetzt zu den Oppositionellen und Interessensverbänden: wo bleibt die Forderung nach Offenlegung der Prozesse, die in Deutschland ein Asylbewerber zu durchlaufen hat?

Ich hätte gerne die Richtlinien und Regeln. In Anbetracht der Massen, die kommen, MUSS es solche Regeln geben. Und die müssen endlich mal auf den Prüfstand. Denn ich hab das Ding mit den Asylanten, die in Hagen durch einen privaten Wachdienst in ganz ähnlicher Weise misshandelt wurden, auch nicht vergessen.

Ob man diese Menschen nun bleiben lässt oder nicht. Es sind eben Menschen. Und dafür dass Deutschland immer bei anderen Ländern die Fresse wegen Menschenrechten aufreisst, sollte es sich vielleicht doch mal ein wenig um die Heimatfront kümmern.
Aber jedenfalls künftig die Schnauze handeln, wenn es um andere Länder geht!


https://propagandamelder.wordpress.com/2015/05/19/propagandameldungen-vom-19-mai-2015/comment-page-1/#comment-13222

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