Ich kann hier jetzt nicht alle Beiträge zu G7 lesen, komme gerade nach Hause, aber was ich vorhin im Staatsradio hörte, war vermutlich – tja – der Gipfel, in des Wortes doppelter Bedeutung. Staatsfunk at its very very „best“. Dankenswerterweise findet sich bei Tagesschau.de das Transkript. Der Kommentator ist ein gewisser Clemens Verenkotte vom BR. Wie viele von dieser Sorte gibt es bei der ARD eigentlich? Also mal der Reihe nach, vielleicht will Dok das ja auf die Hauptseite bringen, es wäre wohlverdient:

Dieser Gipfel wird im Rückblick als der Beginn vom Abschied der fossilen Brennstoffe in der Weltwirtschaft bewertet werden müssen. Womit selbst chronische Optimisten kaum gerechnet haben: Die G7 Staats- und Regierungschefs haben „geliefert“, wie Greenpeace das Bekenntnis der sieben wichtigsten westlichen Industrienationen zur sogenannten „Dekarbonisierung“ umgehend gelobt hat.

Mal ehrlich: Wie oft wurden schon derartige „Beschlüsse“ gefasst, ohne dass man sich später daran gehalten hätte? Diese Lobhudelei ist aber nur der Beginn.

Der Erfolg von Elmau hat viele Ursachen – eine ist jedoch die offenkundigste: Die sieben wichtigsten Industrienationen können ohne Russland weitaus ergebnisorientierter arbeiten, offener untereinander diskutieren und wirkungsvoller agieren. Von einer Verantwortungsgemeinschaft spricht Angela Merkel – beim Thema Kampf gegen den Klimawandel sind die G7-Staaten diesem sehr ambitionierten Anspruch gerecht worden.

Das ist in mehrfacher Hinsicht absolut hirnrissig. Die G7 machen flächen- und populationsmäßig einen Bruchteil der Welt aus. Weder lässt sich so der Klimawandel „bekämpfen“, noch irgendetwas anderes erreichen. Die Unterstellung, Russland sei nicht ergebnisorientiert, die da mitschwingt, ist reine Propaganda. Was Merkel, die sich heute an Obama angebiedert hat, dass einem nur schlecht werden konnte, labert, interessiert niemanden. Ein kritischer Journalist würde das nicht ernst nehmen. Und gerecht werden die G7-Staaten (bzw. deren Regierungen!) einem Thema nicht durch bloße Willenskundgebungen.

Putins de facto dauerhafter Ausschluss aus dem G7-Kreis, dessen eigener Expansionspolitik gegenüber der Ukraine geschuldet, hat zu einer erkennbaren Effizienssteigerung geführt. Man ist wieder „unter sich“, und keiner der sieben Staats- und Regierungschefs machte einen Hehl daraus, dass es künftig auch bei der Siebener-Runde bleiben dürfte.

Muss ich sicher nicht weiter kommentieren – die übliche Lüge von Putins „Expansionspolitik“ und das übliche Verschweigen der Nato-Expansion nebst Putsch in Kiew. Und zum Thema Effizienz: Klar, wenn ich nur mit einem verhandle, komme ich leichter zu Ergebnissen, als wenn noch ein Dritter dabei ist. Allerdings muss ich dann wichtige Felder ausklammern, nämlich all diejenigen, bei denen der Dritte unentbehrlich ist. Das ist eben genau beim Klima-Thema der Fall. Und es fehlen China und all die anderen. Und so sicher wie das Amen in der Kirche werden die G7 am Ende wieder so gut wie nichts tun, das dann aber auf all die anderen schieben, mit denen sie jetzt nicht reden wollen. Absurd.

Die ausdrückliche Unterstützung der Ukraine durch die sieben Staats- und Regierungschefs gilt dabei als erneutes Warnsignal an Moskau, das sogenannte Minsk-II-Abkommen einzuhalten.

Himmel, was für ein dummes Zeug! Statt die Ukraine „ausdrücklich“ zu unterstützen (am Ende dann konkret mit Waffen und Soldaten), könnte man auch einfach Kiew auf die Einhaltung von Minsk 2 drängen. Die erneut mitschwingende Behauptung, Russland halte das Abkommen nicht ein, wird natürlich nicht belegt. Sowas haben diese Typen nicht nötig.

Gegnern von TTIP – dem amerikanisch-europäischen Freihandelsabkommen – stehen schwere Zeiten bevor: Zügig werden die Verhandlungen zwischen Washington und Brüssel vorangetrieben, die Europäer sehen sich unter Zeit- und Entscheidungsdruck, denn mit den fernostasiatischen Ländern wird Obama in wenigen Wochen wohl schon das pazifische Freihandelsabkommen abschließen.

Wieder kompletter Unsinn. Zuerst freut er sich ganz deutlich spürbar, dass den TTIP-Gegnern schwere Zeiten bevorstünden. Ja, die Verhandlungen werden vorangetrieben. Das war eh klar. Aber er „begründet“ das jetzt abenteuerlich. Soll Obama doch machen, was er will. Wieso setzt das die EU unter Druck? Warum lässt sie sich unter Druck setzen? Warum fordert dieser Spitzen-„Journalist“ nicht offene, öffentliche Verhandlungen in sachlicher Atmosphäre? Was für ein transatlantischer Knecht!

Beim Kampf gegen den extremistischen Terror, von Boko Haram in Nigeria bis zum sogenannten Islamischen Staat, setzen die G7 auf langfristige Konzepte. Dahinter verbirgt sich die ebenso ernüchternde wie zutreffende Erkenntnis, dass Terror-Organisationen vor allem in zerfallenden Staaten leichtes Spiel haben, Libyen – das Haupttransitland der Bootsflüchtlinge auf dem Mittelmeer – sehen die G7 als stark gefährdet an, nach Syrien und Irak gleichermaßen ins Chaos abzugleiten.

Ich weiß nicht, was in diesem Kommentar das Schlimmste ist. Die Auswahl ist groß. Vielleicht aber dieser Abschnitt. Da steht im Grunde nämlich das Richtige drin – leichtes Spiel in zerfallenden Staaten. So, und wer hat dafür gesorgt, dass diese Staaten zerfallen? Hat dieser Herr Verenkotte womöglich die letzten Jahre auf dem Mond verbracht? „Libyen sehen die G7 als stark gefährdet an“ – was für ein Kracher! Und er setzt dem Ganzen jetzt noch die Krone auf, Achtung:

Die Vereinbarungen von Elmau lassen die im Vorfeld massiv geäußerte Kritik an dem enormen Aufwand dieser Mammutveranstaltung, vom hohen Finanz- bis zum massiven Polizeiaufwand, in den Hintergrund rücken.
Wahnsinn, du hast einen (weiteren) Namen: Clemens Verenkotte.
https://www.tagesschau.de/kommentar/kommentar-gsieben-103.html


https://propagandamelder.wordpress.com/2015/06/08/propagandameldungen-vom-08-juni-2015/comment-page-1/#comment-16118

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