In dem Artikel „Drei Tote nach Schusswechsel in der Westukraine“ übt sich „die Zeit“ in Verzerrung der Realitäten.

http://www.zeit.de/politik/ausland/2015-07/gefechte-westukraine-drei-tote

Zitat:
„Mindestens drei Menschen sind in der Westukraine bei einer Schießerei zwischen der Polizei und Anhängern der paramilitärischen Nationalorganisation Rechter Sektor getötet worden.“
Zitat Ende

Ein neuer Begriff. Nicht mehr „Freiwilligen Bataillon“ oder „Nationalgarde“ nein… hier werden sie als „paramilitärische Nationalorganisation“ bezeichnet. Ist schon schön, wie man für die gleichen Verbrecher immer wieder neue Namen erfinden muss, weil sich deren Untaten dann immer wieder herumsprechen. Und man sich doch irgendwie um Distanz bemüht, denn der Mythos „die Faschisten in der Ukraine sind eine Erfindung der russischen Propaganda“ muss gehalten werden.

Weiter wird erwähnt, dass es ungefähr 4 Tote gab, und die Stadt teilweise evakuiert wurde. Na, da stimmt dann aber irgendwas nicht. So ne Schiesserei führt ja wohl kaum zu einer Teil-Evakuierung einer Stadt. Man erwartet mehr. Da geht offenbar etwas grösseres vor, als man uns erzählen mag.

Übrigens erfahren wir, worum es bei dem Konflikt geht (also laut Zeit):
Zitat:
„Die paramilitärische Nationalorganisation Rechter Sektor wirft dem in der Region ansässigen Parlamentsabgeordneten Michail Lano vor, in den Vorkarpaten unter dem Schutz der Behörden ein Schmuggelkartell zu betreiben.“
Zitat Ende

Dass der Rechte Sektor mal wieder droht und fordert, das erfährt man nun nicht. Und schon gar nicht, dass das nichts Neues ist. Denn das gab es schon einmal:
http://de.sputniknews.com/german.ruvr.ru/news/2014_08_17/Rechter-Sektor-droht-Poroschenko-mit-bewaffnetem-Marsch-gegen-Kiew-8621/

Das hatte aber niemanden davon abgehalten, den Rechten Sektor nicht mehr zu bewaffnen.
Jetzt bekommt man die Quittung: warum nicht wieder drohen und fordern? Hat doch schon mal funktioniert.

Aber die Zeit geht noch weiter.
Sie erklärt uns ganz genau, wer der Rechte Sektor ist:

Zitat:
„Der Rechte Sektor ist eine der militanten Splittergruppen, die sich an den massiven Protesten in Kiew beteiligt hatten, die im Februar 2014 zu der Flucht des prorussischen Präsidenten Viktor Janukowitsch geführt hatten. Nachdem im Osten des Landes der Kampf gegen prorussische Separatisten ausgebrochen war, kämpfte die Organisation an der Seite der Regierungstruppen. Amnesty International wirft den Nationalisten vor, Zivilisten gefangen zu halten und zu foltern.“
Zitat Ende

Eine militante Splittergruppe. Die „Organisation“ die an der Seit der Regierungstruppen kämpfte.
Kein Wort von Nationalgarde, die dem Innenministerium unterstellt ist.
Kein Wort von Freiwilligen Bataillonen, die eben unabhängig von der regulären ukrainischen Armee sind.

Nein, eine militante Splittergruppe. Die hat sich einfach mal angeschlossen, offenbar aber keinen Bezug zur Regierung in Kiew.

Ja gut, liebe Zeit. Ihr könnt ja versuchen, diese Sachverhalte so zu beschreiben, dass keiner einen Zusammenhang mit der Regierung erkennen kann. Dass keiner auf die Idee kommt, diese wildgewordenen Faschisten mit den Leuten in Verbindung zu bringen, die von den Amerikanern ausgerüstet und ausgebildet wurden (im Gegensatz zur regulären ukrainischen Armee).

Ich bin sicher, das funktioniert sogar bei jenen, die sich gerne berieseln lassen und brav die Sülze schlucken, die man ihnen medial vorsetzt.

Bei anderen, nun…. da wird das zum Beispiel daran scheitern, dass sie sich an das hier erinnern:
http://www.n-tv.de/politik/Ukrainische-Regierung-adelt-Rechtsradikalen-article14872786.html

Zitat:
„Vor ein paar Tagen wurde der umstrittene Ultranationalist und Anführer des Rechten Sektors („Prawy Sektor“) befördert. Jarosch ist nun auch Mitglied der ukrainischen Regierung. Als Berater des ukrainischen Verteidigungsministeriums ist er künftig für die Vereinigung der Freiwilligenverbände mit der Armee zuständig. “
Zitat Ende

Und im gleichen Artikel findet sich auch eine Erklärung, was da in der Ukraine gerade genau passiert:
Zitat:
„Aus taktischer Sicht bietet Jaroschs Einbindung Vorzüge. Die ukrainische Regierung erhofft sich mehr Einfluss auf die ukrainischen Privatarmeen. „Es ist eine Win-Win-Situation für beide Seiten“, heißt es. Der Rechte Sektor hat eine andere Interpretation. Die Organisation bleibe autonom, werde künftig aber vom Ministerium finanziert, sagte ein Sprecher.“
Zitat Ende

Die Regierung hat sich verrechnet, sie war sich sicher, dass diese Leute unter Kontrolle zu bringen sind. Sie bildete sich ein, diese Horden gebändigt zu haben. Diese schreien allerdings nach Krieg und machen damit der Regierung in Kiew das Leben schwer, denn um die Finanzierung aus dem Westen zu sichern, darf man nicht offensiv in den Krieg ziehen. Und jetzt, lernt Kiew, dass man nichts unter Kontrolle hat.

Und die Gefahr, dass die Befürchtungen vieler, nämlich dass der Bürgerkrieg sich in der Ukraine ausbreitet, steigt.

Aber die Zeit, die erzählt lieber was von paramilitärisch, obwohl es sich um ausgebildete und hochgerüstete Einheiten handelt, von Splittergruppen, als seien diese Leute vollkommen macht-und bedeutungslos.

Übrigens warte ich gerade darauf, wie man mir dann noch erklären will, dass Putin an dem ganzen Schuld hat. Denn ich glaube, der Artikel der Zeit ist der erste, der über Übles aus der Ukraine berichtet aber Putin nicht einmal erwähnt wird.

Vermutlich hat man den Zusammenhang noch nicht herbeifabuliert. Aber was nicht ist, kann ja noch werden.


https://propagandamelder.wordpress.com/2015/07/12/propagandameldungen-vom-12-juli-2015/comment-page-1/#comment-20647

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