Hier konnte man unter anderem das emsige Hurra auf die Arbeit der Polizei und des Verfassungsschutzes bzgl. der Festnahme einer Islamistengruppe lesen:
http://www.tagesschau.de/inland/razzia-islamisten-107.html

Allerdings gibt es da so einiges, das ich nicht so ganz verstehe.
Der erste Satz:
Zitat:
„Die bei der landesweiten Razzia aufgeflogene Dschihadistengruppe plante offenbar Anschläge in Berlin.“
Zitat Ende

Also bei einer Razzia aufgeflogen. Festgenommen, das würde ich verstehen, aber aufgeflogen, das klingt, als wäre man im Rahmen einer Razzia auf diese Leute gestossen.

Ganz so ist es aber nicht, denn wir erfahren:
Zitat:
„Gegen sie lagen bereits Haftbefehle wegen anderer Delikte vor. Weitere Festnahmen gab es zunächst nicht, obwohl die Ermittler der Gruppe insgesamt vier Männer zurechnen. Für Medienberichte, denen zufolge zwei Männer auf der Flucht sein sollen, gibt es bislang keine Bestätigung. Sie wurden lediglich nicht verhaftet, da es keine Haftbefehle wegen eines möglicherweise geplanten Anschlags gab.“
Zitat Ende

Und das ist wahrhaft spannend. ES LAGEN HAFTBEFEHLE VOR.
Warum wurden sie nicht verhaftet?
WEIL ES KEINEN HAFTBEFEHL WEGEN EINES MÖGLICHERWEISE GEPLANTEN ANSCHLAGES GAB.

Wie war das?
Es gibt also Haftbefehle, die werden nicht vollstreckt. Weil man lieber abwartet, ob die Leute nicht doch noch was „richtig Wichtiges“ planen, weil sich das in den Medien besser verkaufen lässt, oder wie soll ich das verstehen?

Wie hätte man das eigentlich den Menschen verkauft, wenn diese Leute, gegen die ein Haftbefehl vorlag, der nicht vollstreckt wurde, wirklich einen Anschlag begangen hätten?

Aber wirklich irritierend ist, dass man offenbar Haftbefehle ausstellen kann „wegen eines möglicherweise geplanten Anschlages“.

Guten Tag Herr Meier, wir nehmen Sie jetzt fest, weil sie „möglicherweise etwas planen“.

Im Normalfall muss ja ein Richter einen Haftbefehl unterschreiben. Wie überzeugt man jemanden von „es wird möglicherweise was Böses geplant“ und welche Beweise legt man dafür vor?
Klingt nach Polemik.
Es ist allerdings Sorge.
Sorge darum, wie leicht es offenbar sein kann, in eine rechtliche Bredouille zu geraten.

Wie leicht das passieren kann, sehen wir weiter unten im Text:
Zitat:
„Die Gruppe habe sich auffällig konspirativ verhalten, heißt es in Sicherheitskreisen. So habe man häufig die Handys gewechselt und darauf geachtet, nur verschlüsselt zu kommunizieren.“
Zitat Ende
Also Obacht liebe TOR User.

Sonst fand man übrigens nix. Keine Waffen oder Sprengsätze oder so.

Der Fall wird auch heute weiter hochgekocht. Und das, obwohl wir erfahren haben:
Zitat:
„Dass der Generalbundesanwalt den Fall nicht an sich gezogen hat, sagt etwas über dessen tatsächliche Brisanz aus: Der Generalbundesanwalt ist zuständig, wenn Terrorgefahr besteht. Auch das Bundeskriminalamt war nicht an den Razzien beteiligt.
Nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft Berlin wird die Gruppe verdächtigt, einen Anschlag in Berlin geplant zu haben. Wie konkret diese Pläne waren, ist jedoch noch völlig offen. Es sieht zumindest nicht danach aus, als habe man einen Anschlag nur knapp verhindern können.“
Zitat Ende

Zusammengefasst: Da war nix, sonst hätten sich all jene, die sich für Terrorismus zuständig fühlen oder es sind, den Fall unter den Nagel gerissen.

Heute hatte man das allerdings vergessen und fragte:
Zitat:
„Wie konkret war die Gefahr eines islamistischen Anschlags in Deutschland?“
Zitat Ende
http://www.tagesschau.de/inland/razzia-islamisten-111.html

Und das heitere Terrorraten geht weiter:
Zitate und mein Kommentar im Wechsel:

„planten womöglich einen Anschlag in Berlin.“
Und dann wieder:

„aber keine konkreten Anschlagsziele“
Also um es genau zu sagen:

„konkrete Ziele waren demnach noch nicht ausgekundschaftet.“
Und dann auch noch das:

„keine „gefährlichen Gegenstände“ gefunden worden.“
Und der Verfassungsschutz versaut es dann komplett:

„Der Verfassungsschutz nach eigenen Angaben keine Hinweise auf einen kurzfristig geplanten Anschlag in Deutschland.“

Aber dann fällt dem Verfassungsschutz doch noch die Notwendigkeit einer Existenzberechtigung ein:
„Wir sind in einer Situation, die ernst ist und wir haben ein hohes Risiko, dass es einen Terroranschlag geben kann.“
Ja, jetzt wissen wir es ganz genau.

Und jetzt noch ein kleiner Absacker:

Heute auf N24 um 12.33 Uhr:
„Als sie nicht mehr über ihre Anschlagspläne sprachen, nahm man an, dass die Planungen abgeschlossen waren.“

Jau, Planungen abgeschlossen, ohne Ziel, Ort oder sonst was. Mensch, was haben die einen Plan geschmiedet.
Na gut, es war ja auch nur ein „möglicherweise geplanter Anschlag“ da will ich mal nicht so kleinlich sein.

Daran wurde ich während dieser Nachricht auch noch mal erinnert:

Eingeblendet die Worte: „Verfassungsschutz: kein aktueller Anschlagsplan“

Ja. So ist das mit abgeschlossenen Plänen. Die gibt es dann einfach nicht. Aber da muss man eingreifen. Jetzt nicht wegen längst bestehender Haftbefehle. Sondern wegen dem, was möglicherweise noch kommen könnte.

Das Schlimmste für mich ist: es gab eine Zeit, da hätte ich mich wirklich irgendwie verarscht gefühlt. Heute wundert mich gar nichts mehr.


https://propagandamelder.wordpress.com/2016/02/05/propagandameldungen-vom-05-februar-2016/comment-page-1/#comment-48551

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