http://www.br.de/nachrichten/inhalt/br-medien-studie-100.html

Köstlich entlarvend:

„BR-Medienstudie: Journalisten und Glaubwürdigkeit Die Klarmacher
Die große Mehrheit der Deutschen findet, dass die Journalisten verständlich und professionell berichten, also echte „Klarmacher“ sind!“

Das Rufzeichen, Signal des Nachdrucks, oftmals verbunden mit der Erleichterung über Bestätigung der eigenen Ansicht, hat den Anlaß gegeben, nach dem lateinischen Ausdruck zu suchen. Die Faulheit der Schulzeit stellt sich wieder mal als hinderlich heraus. Aber immerhin. Die Aufmerksamkeit gegenüber Stilmitteln hat sich erhalten. Zu Recht hat sie sich zu Argwohn entwickelt bei der Betrachtung dieses Resümees über eine Medienstudie des BR. Ausgerechnet des BR, peitscht die Erfahrung zu einer weiteren Vertiefung der Beschäftigung mit dem Sachverhalt.

Aber zurück zum Ausgangspunkt. Was veranlaßt die Veröffentlicher derartiger Studien, an der Stelle ein „signum exclamationis“ einzusetzen? Der Triumph, es den Zweiflern an der Glaubwürdigkeit von Journalisten mit der Studie aber gegeben zu haben? Es mag gerne deren Geheimnis bleiben. Generell betrachtet ist das Rufzeichen ein Handwerkszeug. Der Mechaniker verwendet eine Verkapselung, um eine Schraube optisch zu kaschieren bzw. ungefährlich zu machen. Der Schreiber verwendet ein Rufzeichen, u. a., als Signal, daß an dieser Stelle das Licht der befreienden Wahrheit zutage tritt. Was nun, wenn immer wieder vermittelt wurde, daß Putin der Verursacher des faschistischen Putsches in der Ukraine ist? Oder die Darstellung dominiert, daß Varoufakis verantwortlich für die aktuelle griechische Misere zeichnet? Dann darf der Betrachter wohl mit Fug und Recht davon ausgehen, daß es sich um Propaganda handelt, zusätzlich aufgewühlt durch ein Satzzeichen.

Die „Klarmacher“ haben sich in der Vergangenheit dadurch hervorgetan, dem Pentagon, der INSM, der CIA, dem Kanzleramt blind zu vertrauen und dieses blinde Vertrauen vom lesenden, hörenden und sehenden Publikum bedingungslos einzufordern. Obwohl da Aufzeichnungen existierten von MG-Schützen, die das Feuer vom Helikopter aus auf Zivilisten eröffneten. Obwohl im „Neuland“ eine Reichtumsuhr für jeden einsichtbar existiert. Obwohl nachweislich ein Zbigniew Brzeziński die graue Eminenz für etliche US-Präsidenten gegeben hat. Obwohl 240 Seiten (von mindestens 1600) von TTIP die massive Ablehnung der Gegner eines „Freihandelsabkommens“ klar rechtfertigen. Vor diesem Hintergrund gibt es ungläubiges Erstaunen bei der Präsentation der Studie:

„Journalisten und Establishment Die Mitmacher
Mittendrin statt nur dabei – mit in dem Fall eher negativen Folgen: Journalisten sind nach Ansicht der meisten Teil des Establishments. Entsprechend wirkt sich die Politikkrise auch auf die Medien aus. Noch härter treffen aber die Vorwürfe des Gelenktwerdens.“

Daß die Wahrheit hart ist, … schlimm, schlimm. Diejenigen, die den Verlierern dieser Gesellschaftsordnung tagtäglich einhämmern, daß Hartz IV bspw. alternativlos ist wie auch die Absenkung des Rentenniveaus, beklagen Vorwürfe von Verhältnissen, die der Blinde mit dem Stock nachvollziehen kann. Als Beispiel mag eine fast willkürlich herausgepickte Meldung der Tagesschau dienen:

http://www.tagesschau.de/inland/ferienwohnung-berlin-verbot-101.html
Der Titel lautet:
»Der Kampf gegen die „Zweckentfremdung“«

Womit begründet Julian Heißler, tagesschau.de, die Apostrophierung der Zweckentfremdung? Besitzt er oder sein Vorgesetzter Gniffke eine Ferienwohnung? Haben ihm entsprechende Kandidaten die Anführungszeichen in die Tastatur diktiert; Leute, die aufgrund der kolportierten Bemühungen einen Karriereknick befürchten auf dem Weg zum endgültigen Schmarotzer und Nichtstuer, dem Leistungsträger dieser Gesellschaft schlechthin?

Fortsetzung folgt. Zeifellos. Weil die Schmierfinken, die diese Studie in Auftrag gaben, ganz gewiß noch einige Kapitel auf Lager haben.


https://propagandamelder.wordpress.com/2016/05/02/propagandameldungen-vom-02-mai-2016/#comment-60931

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