http://www.sueddeutsche.de/politik/truppenaufbau-ende-eine-langen-schrumpfkur-bei-der-bundeswehr-1.2987714

Eines muss man dem DreckSZblatt lassen: Es versteht sein Handwerk. Man schreibt über die Aufrüstung, ohne das Wort auch nur ein einziges Mal zu verwenden.

Sogar die Bild schreibt in ihrem „großen Truppencheck“ (kommt das bald im Ersten um Viertel nach Acht?): „Darum rüstet die Bundeswehr auf – “ (Das Gequassel der SZ versteht nun mal nicht jeder.)

Bei den südatlantischen Schreiberlingen heißt es dagegen: „Truppenaufbau“. Ein seltsames Kompositum, das es im Duden gar nicht gibt. Aber den Aufbau gibt es, und es gab ihn schon früher, am 16. März 1935, im „Gesetz für den Aufbau der Wehrmacht“.

Und dann wird in dicken fetten Lettern vom „Ende einer langen Schrumpfkur“ gefaselt. (Mein Open Office Writer mag dieses Wort nicht, er kennt aber „Schrumpfkopf“ – da fällt mir die SZ-Autorin ein: Barbara Galaktionow). Statt vom „Ende einer Schrumpfkur“ könnte man auch vom Beginn einer Aufrüstung reden oder von mehr Investitionen (Kriegsgerät und Personal). An der Börse würde man sagen: „ein kräftiger Schluck aus der Pulle“. (Die Pulle ist diesem Fall der Steuerzahler)

Und warum das Ganze? Das erklärt uns der „Experte“ Bartels (SPD, aber eigentlich egal), seines Zeichens Wehrbeauftragter des Bundestags: Die Bundeswehr sei „am Limit“. Und warum das so ist, erklärt uns die Cyber-Uschi: „neue Bedrohungen und wachsende Aufgaben“. Das reicht jetzt aber mit den Erklärungen!

Und weil unsere Presstituierten von der SZ ja so unparteilich sind, darf auch der Hochreiter Toni von den NATO-Bündnisgrünen seinen (kritischen) Senf dazugeben. (Der Begriff NATO, oder wie die Presstituierten gerne schreiben: „Nato“, kommt übrigens nur ganz versteckt vor.) Der Typ wird irgendwann entweder Verkehrsminister oder Wehrbeauftragter: „Für die Herausforderungen der Zukunft braucht es keine Panzerarmeen oder aufgeblähte Heere.“ Und keine „Rückkehr zu altem, falschem Denken.“ Man könnte meinen, der Toni kenne auch das Gesetz von 1935 und dessen Ergebnis. Aber was braucht es denn dann? Problemlösungen natürlich! „Überkapazitäten – Unterkapazitäten – einfach draufsatteln lehnen wir ab.“ Im Prinzip meint der Toni schon, dass Handlungsbedarf bestehe, aber genauer geht’s halt nicht! Vielleicht meint er doppelt draufsatteln?

Und lasst uns auch über das liebe Geld reden. Wer es auf die zweite Seite des SZ-Artikels schafft, der erfährt, dass der Verteidigungsetat nach dem Ende des Kalten Krieges „drastisch gesunken“ ist, von etwa € 35 Mrd auf etwa € 30 Mrd. Nachdem er von 1960 bis 1990 von € 3 Mrd auf € 35 Mrd anstieg. Da fragt man sich was drastischer ist. (Dass die SZ hier gleichzeitig eine Grafik von SIPRI verwendet, das ist auch seltsam. Das kann so nicht stehen bleiben, drum wird in Klammern schnell noch hinzugefügt, dass die Daten etwas höher liegen als der „reine Wehretat im Bundeshaushalt“.)

Die Ursache der ganzen Aufrüstung wird von der SZ nicht erwähnt: es ist natürlich der Befehl aus Washington an alle NATO-Staaten, in Zukunft 2% des BIP für den Wehretat zu verwenden. Da müsste Herr Schäuble schon einmal circa € 55 Mrd für Cyber-Uschi hinblättern, irgendwie drastisch. Griechenland ist übrigens einer der wenigen NATO-Staaten, die das 2%-Ziel erreicht haben. Aber die haben ja auch schon viel mehr erreicht…

Wer es mit der SZ-Propaganda so weit geschafft hat, der wird mit noch einer Grafik und den Gründen für das „Fallen der starren Obergrenze beim Personal“ und für die „großen Waffensysteme“ belohnt (und mit Phantastereien bis ins Jahr 2030). Wer weiß auswendig, wie diese „neuen Bedrohungsszenarien an den Nato(!)-Außengrenzen“ lauten? Und wer kennt mehr als 9 der Auslandseinsätze? (Links unten musste ich nachsehen…;)

Volles Dominanzspektrum voraus!! Vorwärts, Kameraden, zurück nach 1935!!


https://propagandamelder.wordpress.com/2016/05/11/propagandameldungen-vom-11-mai-2016/comment-page-1/#comment-61934

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