Anfang 2015 hatte ich einen Disput mit der Redaktion des Herrn Jauch(e), er „diskutierte“ mit Politikern, es war schon damals uneträglich und damals schrieb ich:

„Guten Tag Herr Jauch,
es ist nach Ihrer gestrigen Sendung schwierig Ihnen sachlich zu schreiben oder gar zu antworten. Zu meiner Beruhigung muss ich allgemein anfangen.
Sie beschäftigen sich in Ihren Sendungen von Zeit zu Zeit mit der Ukraine…d.h. mit dem Ukrainekonflikt und das seit Anfang 2014. Ich habe mir erlaubt Ihre Sendungen zum Thema Ukraine zu recherchieren…und auch ihre Aufmachungen / Titel zu den Sendungen:

02.03.2014 Thema: „Putins Machtspiel-gibt es jetzt Krieg?“
23.03.2014 Thema: „Putin der Große-wie gefährlich ist Russland?“
04.05.2014 Thema „Kriegsgefahr in Europa-ist Putin noch zu stoppen?“
16.11.2014 Thema: „Das Putin Interview-wohin steuert der Kreml Chef?“
23.11.2014 Thema: „Antwort an Putin-Nachgeben oder Härte zeigen?“
08.02.2015 Thema: „Schicksalstage in Europa-auf wen hört Putin noch?“
22.02.2015 Thema: „Merkels Mission-wie groß ist die Hoffnung auf Frieden?“

Auffällig ist, dass das Wort „Ukraine“ in Ihren Aufmachern nicht vorkommt…in 6 von 7 Titeln aber der Name „Putin“ und dazu „Krieg“, „gefährlich“, „noch zu stoppen“, „…Härte zeigen“ und „Schicksalstage“. Wieso fehlt die Ukraine in ihren „reißerischen“ Titeln…ist hoffentlich Zufall

Jetzt schauen wir uns einfach Ihre letzte Sendung noch einmal an und zählen mit…und ich bitte um Verständnis dafür, wenn hier und da meine Mitzählaktion nicht genauestens ist, die Tendenz stimmt aber.
Sie und Herr Röttgen haben in der letzten Sendung „Merkels Mission-wie groß ist die Hoffnung auf Frieden?“ den Botschafter Russlands bei seinen Erläuterungen insgesamt 16mal während seiner Ausführungen korrigierend unterbrochen.
Im Verlauf der Sendung wurde von Ihnen Herr Jauch, von Herr Röttgen und dem ukrainischen Botschafter mindestens 49mal unwidersprochen behauptet, dass die Separatisten verantwortlich für den Bürgerkrieg sind.
Nur 8mal wurde auch eine Wahrnehmung der Verantwortung der ukrainischen Regierung gefordert bzw. betont (und das auch nur vom russischen Botschafter).
Herr Jauch, Sie haben insgesamt mindestens 8 Suggestivfragen gestellt, d.h. Ihre Fragestellung hatte eine unbewiesene Behauptung als Fakt vorausgesetzt.
In der Sendung wurde 9mal direkt von Ihnen Herr Jauch, von Herrn Röttgen und dem ukrainischen Botschafter dem russischen Staat unterstellt eine Aggression gegen Europa vorzubereiten oder das atlantische Bündnis / Europäer spalten zu wollen.
Den Separatisten wurde über 30mal von Herrn Röttgen und dem ukrainischen Botschafter unterstellt (ich konnte wirklich nicht mehr mitzählen) diese würden die Waffenruhe brechen.
Zu den „extrem rechten“ Nationalisten der ukrainischen Nationalgarde (mit Foto) haben Sie, Herr Jauch, aber nur zweimal wegen der Wahrscheinlichkeit des Bruchs der Waffenruhe freundlichst nachgefragt. Keine weiteren Fragen dazu, auch nicht von dem Russland “Experte“ und Demokraten Herrn Röttgen!

Sie zeigen uns, Herr Jauch, ein Foto…das Assow – Bataillon mit Hakenkreuzfahne und NATO-Flagge und jetzt wird mit strengem Blick der ukrainische Botschafter befragt…Der Botschafter sagt in geübter Manier sinngemäß und erläuternd: … wir haben keine „extrem rechten“ Parteien mehr im Parlament…und die bewaffneten extrem rechten Nationalisten in der Nationalgarde unterstehen der ukrainischen Armee und deshalb halten diese Leute die Waffenruhe ein…

An dieser Stelle ist aber mal wirklich „Schluss mit lustig“. Die bewaffnete Sturmabteilung der NSDAP war auch nicht im Reichstag, aber deren Führer waren teilweise Abgeordnete im Reichstag! Die Funktionäre der Swoboda Partei, des Rechten Sektors und dieser „Nationalgarde“ sind teilweise in der regierenden Jazenjuk-Partei „Volksfront“ aufgegangen (zum Beispiel .eben genau dieser Andrij Bilezkij, Chef des Assow-Bataillon).

Herr Jauch, Ihre Sendung und Ihre parteiische Moderation ist ein Bestandteil dieses Konflikts, Sie haben einseitig Partei ergriffen für die ukrainische Regierung und für diese „Nationalisten“. Sie wuseln sich in Ihrer Sendung mit geheuchelter Neutralität durch. Sie sind aber weder neutral noch ein investigativer Journalist…Sie sind ein parteiischer Moderator, Ihre Motivlage ist wohl eher dem rechten Spektrum zu zuordnen.
Es ist wieder soweit, die Faschisten feiern fröhliche Auferstehung und das deutsche Fernsehen hilft mindestens durch Verschweigen!

Ich würde Ihnen noch ein paar reißerische Titel (gemäß dem bisherigen Niveau Ihrer Aufmacher) für die nächsten Sendungen zur Ukraine empfehlen wollen:

„Der russische Bär- will Putin unseren Honigtopf leer fressen“
oder
„Russland der tönerne Kollos- Putins Reich ist am Ende“
oder
„Das russische Imperium schlägt zurück-Putin, die dunkle Seite der Macht“
oder
„Russlands Gas- warum liegt unser Gas und Öl in russischer Erde?“

Ich hoffe Herr Jauch ich konnte Ihr geistiges politisches Niveau und Ihre Einstellung mit diesen Empfehlungen treffen

Ich habe aber noch einen Wunsch an „unsere“ gut bezahlten Moderatoren, darf ich? Ich sag einfach ungefragt ja und Danke!
…ich wünsche den Moderatoren (und Journalisten) in Deutschland, dass Sie endlich Ihrer humanistischen Verantwortung gerecht werden und die Nazis in der Ukraine ans Licht zerren und beim Namen nennen, das gilt dann auch für die russischen und die deutschen Nazis!

Und wegen einer früheren Sendung bei Ihnen (in anderer kriegerischer Sache) wollte ich bei dieser Gelegenheit noch ein Wunsch äußern.
Ich wünsche mir,
…dass der afghanische Verteidigungsminister niemals die Idee hat: „Die Freiheit Afghanistans wird auch in den Alpen verteidigt“ …und falls doch,
…dass wegen dieser Verteidigung der Freiheit Afghanistans keine Drohne eines Bündnispartners irrtümlich eine Hochzeitsgesellschaft in Bayern abschlachtet.
Und falls doch
…dass die afghanische Regierung wegen dieses „Kollateralschadens“ dem übrig gebliebenen Bräutigam, also dem Seppl, nichtauch noch 500 € für jeden Toten zahlen muss
und falls doch
… wünsch ich mir, dass Seppl nicht das Geld nimmt und damit seine Terroristenausbildung bezahlt (Motiv: Rache!)

Wissen Sie Herr Jauch, mir kommt der Berliner Maler Max Liebermann in den Sinn, der hat beim Ansehen des Fackelzuges zur Machtergreifung Hitlers gesagt:

„Ick kann jar nich soville fressen, wie ick kotzen möchte.“

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Linksliberaler H. R. …“


https://propagandaschau.wordpress.com/2016/08/13/storytelling-die-kunst-geschichten-zu-erzaehlen/comment-page-1/#comment-95613

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