Mapping the Ukrainian debate in Germany
oder
Beeinflussung ersten Grades

Um die Medien in einem Land korrekt beeinflussen zu können, ist es nötig zu allererst herauszufinden, wie es um die Meinung zu einem Thema in diesem Land steht.
Das dachte sich auch die spanische Filiale der Open Society Initiative For Europe (OSIFE), einer sogenannten NGO, erschaffen vom herzallerliebsten Soros, deren Hauptaufgabe offiziel darin sieht:
„We seek to empower Europeans and their civil society organizations to reinforce and reclaim their central role in European democracies.
The Open Society Initiative for Europe aims to contribute to more vibrant and legitimate democracies in the European Union by supporting the activists and civil society organizations confronting Europe’s many challenges.“
Das liest sich gut:
Förderung von lebhaften und gerechten Demokratien in Europa mit Hilfe von Unterstützung von Aktivisten und der Zivilgesellschaft, die mit den ganzen Herausforderungen Europas zu kämpfen haben.

Dazu wurde vorab festgelegt 8.200 Dollar (samt Spesen) in eine Auswertung zu stecken, um danach auch an den richtigen Stellen anzusetzen, wenn es um die Einflussnahme der Berichterstattung über, bzw. die öffentliche Wahrnehmung des Ukraine-Konflikt geht.

Eine Personalempfehlung wurde von Masa Djordjevic (Ersteller des Doks) / Donal Mac Fhearraigh (Editor des Doks) auch gleich gegeben:
Ulrich Speck, der Kommentare für den Tagesspiegel, Zeit-online und anderswo schreibt und auch die nötige Sozialisation durchlebt hat, um die Dinge auch von der richtigen Warte aus zu sehen:
Dr. Ulrich Speck is a Senior Fellow at the Transatlantic Academy in Washington, DC.
http://www.transatlanticacademy.org/people/ulrich-speck

Ulrich Speck was a visiting scholar at Carnegie Europe in Brussels. His research focused on the European Union’s foreign policy and Europe’s strategic role…
http://carnegieeurope.eu/experts/?fa=702

Von außen betrachtet ein Vorgang, der nicht sooo außergewöhnlich erscheint. Ein Berater macht eine Analyse. Nun wurden jedoch Dokumente geleakt, in welchem nachzulesen ist, wofür diese Informationen benötigt werden:

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Ziele:
„To stimulate debate and doubt in those democratic left movements, parties and audiences of Western Europe where a negative perception of the transformation of Ukraine is hegemonic, or very preponderant.“
Debatten und die Zweifel in den demokratischen linken Bewegungen, Parteien und Lesern in Westeuropa, wo eine höchst oder überwiegend negative  Wahrnehmung der Umgestaltung der Ukraine existiert, anregen.

„To discredit the idea that the independence and integrity of Ukraine is an ideological cause of the Right.“
Die Idee diskreditieren, dass die Unabhängigkeit und die Einheit der Ukraine ihre ideologische Grundidee bei den Rechten hat.

„To influence the way information about Ukraine is heard and perceived in Southern Europe, especially among the group of doubters (see above). Specifically, we would like to facilitate the exchange of information with a skeptical or cautious European audience to show the degree of debate within Ukraine about its current reforms and that there are different visions for the future of Ukraine.“
Den Informationsfluss – was über die Ukraine in Südeuropa gehört und wahrgenommen wird – beeinflussen; dies besonders unter der Gruppe der oben genannten (M5S in Italy, Podemos in Spain, Syriza in Greece). Speziell sollten wir den Informationsaustausch mit einem skeptischen und umsichtigen europäischen Publikum ermöglichen, um die Bandbreite der Diskussion über die aktuellen Reformen in der Ukraine und die unterschiedlichen Zukunftspläne für die Ukraine aufzuzeigen.

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Expected impacts
– Media impact: Greater presence of voices from Ukraine’s civil society in left leaning and alternative press. More direct reporting by Ukrainian journalists on the ground facilitated by translating articles and also from OSF journalist-fellows inside Ukraine.
– Left-wing „pro-Maidan“ opinion formers‘ voices amplified in the debate on Ukraine, e.g. organize a conference on the New Ukraine in partnership with the political science/international affairs department in the leading universities in each of Germany, France, Spain, Italy and Greece. These conferences to include a variety of voices from the new Ukraine.
– Stronger grassroots-to-grassroots and CSO-to-CSO networks fostered between European and Ukraine civil society through activist exchange workshops; greater understanding of the complexities of Ukraine’s current political transition by EU actors and more nuanced appreciation of European perspectives by their counterparts in Ukraine.
– Russia’s line on Ukraine will be subjected to a greater degree of scrutiny and skepticism by the left-wing actors involved in this project, relating to the European anti-fascist movement will be a key entry point in this debate.
Besonders Punkt 4 ist hier wieder einmal bezeichnend, was selbst der CSF nicht verborgen blieb:
Die Linke sich selbst zerfleischen lassen. Die Zweifel an bestimmten ebenfalls Linken streuen und damit einen Keil hineintreiben.

Wie das ganze erreicht werden soll?
-Zuerst einmal durch Istanalyse in den betroffenen Ländern. Budget: 75.000 Dollar
-Journalisten der benötigten Medien, Jugendliche, Akademiker, Aktivisten der Zivilgesellschaft und Gewerkschafter werden zu Workshops zusammengeflogen bzw. in einem Art Austausch organisiert. Themen: Antifaschismus, Gesundheit, Umwelt, Menschenrechte, Korruption, LGBTI. Dann werden noch zusätzlich die Meinungen von ukrainischen Roma und aus der Jüdischen Gemeinde aufgefangen, um so eine höhere Glaubwürdigkeit durch Meinungsvielfalt zu erzeugen. Also nur für die Show mal eben die dauerhaft gefährdeten Minderheiten befragt. Quotentränendrüsler. Budget: 250.000 Dollar
– Verschiedene Fachrichtungen aus Unis anheuern um Konferenzen in Kiew abzuhalten und so die Stimmung der Ukraine nach Europa zu transportieren. Besonders wichtig hier scheint eine Konferenz mit dem Motto: „Putin, Ukraine und die Europäische Linke“ zu sein. Um das ins richtige Licht zu rücken, werden unbescholtene Zeitungen in Frankreich und Italien als Hauptveranstalter gesucht, um so die linken Akademiker abzuholen, als auch interessierte Journalisten und ein paar Politiker oder linksgerichtet Orgas. Ein paar Namen schlagen die Herren dann auch noch gleich vor: Hauptsache Links und gut bekannt. Anzahl 2 Konferenzen. Budget: 150.000 Dollar

So gehts dann auch das ganze Dokument weiter.

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Ulrich Speck wurde dann wirklich gefragt, ob er die Arbeit übernimmt. Der Beratervertrag wurde abgeschlossen und die von ihm erwünschte Arbeit, wie folgt, abgeliefert:

The Ukraine debate in Germany
Zuerst werden hierin die Meinungsumfragen zu den Saktionen gegen Russland und auch des Bedrohungspotentials durch Russland, und deren Entwicklungen aufgelistet.
Es folgt eine Einschätzung der verschiedenen Medienkanäle und wie sich hier die Diskussion entwickelt hat. Bei dieser ist augenscheinlich, dass Speck den Eindruck erwecken will, als wäre beispielsweise in den 24 ausgewerteten Talkshows eine Überzahl (37 von 106) an wörtlich „pro-Russischen“ Gästen oder zumindest gleich viele geladen gewesen. Bei den Medienberichten und Artikel hat er ebenso ein ähnliches Bild in seinem Bericht gemalt. Warum? Damit auch die Gegenmaßnahmen dieser selbstlosen NGO ins Rollen gebracht werden? „Putinkritiker“ waren nach seiner Zählung nur 9 in den Talkshows. Die restlichen wären eine andere Gruppe gewesen: representatives of the government (Merkel camp), EU policymakers, experts, elder statesmen, Americans. Interessanterweise waren das hier kaum „pro-Russen“-Gäste dabei, zählen aber nicht zu diesen.

Danach liefert Speck eine Liste der wörtlich „Russlandversteher“:
Gabriele Krone-Schmalz
Jakob Augstein
Alice Schwarzer
Eckhard Cordes
Alexander Rahr
Gerhard Schröder
Klaus von Dohnanyi
Matthias Platzeck
Gregor Gysi
Sahra Wagenknecht
Katja Kipping
Helmut Schmidt
Helmut Kohl
Egon Bahr
Erhard Eppler
Horst Teltschik
Philip Mißfelder

Es folgen nicht etwa die „Russlandkritiker“ – sondern die „Putinkritiker“:
Andreas Schockenhoff
Norbert Röttgen
Elmar Brok
Marieluise Beck
Boris Reitschuster
Karl Schlögel
John Kornblum
Berthold Kohler

Diese zahlenmäßige Gegenüberstellung erscheint reichlich verzerrt. Da werden nun viele denken – komisch, hatte damals einen ganz anderen Eindruck.
Was müssen die „armen“ Leser von Specks Analyse damals wohl gedacht haben?
Oh nein, wir sind unterlegen. Daher wahrscheinlich auch der ein oder andere bescheuerte Spruch in Fernwest, dass sie den Propagandakrieg verlieren und hier mehr Leute brauchen, obwohl die Propaganda bereits aus den ausgeschalteten Geräten und Briefkästen tropft.

Speck spricht dann Empfehlungen aus:
Zu Anfang (März 2014) hätten die „Putinversteher“ überwogen; mittlerweile sei Deutschland aber aufgewacht, da:
– Russland seine Aggression immer weiter zeigte
– der Nebel der russischen Propaganda größtenteils durch gute Berichte und Analysen der Mainstreammedien verscheucht wurde
– Merkel auf die russische Aggression eine harte Antwort gab
OSF solle daher ein Faktencheck-Team aufsetzen, um Deutschland gegen den russischen Informationskrieg abzuhärten, und Netzwerke und andere Aktivitäten zwischen der Ukraine und Deutschland aufbauen.

Was dann folgt ist so bezeichnend – unglaublich bezeichnend:
„While German journalists working for print media have learned to treat „news“ coming out of the Kremlin’s propaganda machinery with caution, online journalists are much more open to consider them as „the other side of truth“. As looking „at both sides“ is an important element of journalistic ethics, many journalists treat news coming from Moscow in the same way they treat news coming from western institutions.
OSF could consider setting up a team to do the necessary fact-checking and provide German media (as well as Russian, English media) in almost realtime with a critical review of news items that come from the Kremlin’s propaganda machinery. Such an organization, which would need to be highly professional in order to build trust, would help the journalists and editors to better judge the value of news items produced in Russia.“
Nur die anderen machen Propaganda. Wie schön. Beruhigend. Nun ja, hier ein falsches Wort und er hätte keinen einzigen Dollar gesehen, der arme Herr Speck.

Gesamt gesehen, hat Speck genau das geliefert, was bestellt wurde – Umfang, Inhalt, alles perfekt – für die OSF. Hoffentlich merken die nicht, dass die sich alle in der Blase nur gegenseitig auf die Schulter geklopft haben…

Solche Geschichten sind systembedingte Auslagerung aus den Diensten in die NGOs der reichen Menschenfreunde, die in Wirklichkeit andere Ziele haben: Share Holder Value, Ressourcen und Lebensraum.

Danke an atw für den Hinweis darauf:
Programm der Open Society Foundation:
http://soros.dcleaks.com/download/?f=/Ukraine%20and%20Europe/europe%20and%20ukraine%202015%20workplan.docx&t=europe
Details für Deutschland:
http://soros.dcleaks.com/download/?f=/Ukraine%20and%20Europe/germany/tor%20ukraine%20debate%20mapping%20%20germany%20.docx&t=europe
Deutscher Beitrag von Ulrich Speck:
http://soros.dcleaks.com/download/?f=/Ukraine%20and%20Europe/germany/osf%20draft.rtf&t=europe
Vertragsentwurf:
http://soros.dcleaks.com/download/?f=/Ukraine%20and%20Europe/germany/final%20draft%20contract.docx&t=europe


https://propagandamelder.wordpress.com/2016/08/18/propagandameldungen-vom-18-august-2016/#comment-78136

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