Die ARD betreibt Vergangenheitsbewältigung: In den nachfolgend aufgeführten Artikeln bemüht sich Ulla Fiebig, ARD-Hauptstadtstudio, um die Aufarbeitung der Geschichte des Bundesjustizministeriums nach dem Untergang des 12jährigen Reiches und dem Beginn der „jungen Bundesrepublik“.

Die „Akte Rosenburg“

http://www.tagesschau.de/inland/justizministerium-kommission-ns-zeit-101.html

Der Fall Eduard Dreher
NS-Jurist ohne Reue

http://www.tagesschau.de/inland/justizministerium-nsjuristen-dreher-101.html

Das Unterfangen ist nun ja löblich. Aber angesichts des Tempos, in dem dieses Projekt angegangen wird, stellt sich beinahe Atemlosigkeit ein. Immerhin geht es um schlappe 66 Jahre, daß sich der „besondere Geist der Rosenburg“ erstmals entfalten konnte. Der erstaunte Leser erfährt, daß dieser „besondere Geist“ gar nicht sonderlich originell war, sondern seinen Ursprung wohl im braunen Sumpf des Dritten Reiches hatte.

Das verursacht natürlich Fragen. Beispielsweise, weshalb es die Zeit einer ganzen Generation brauchte, um hier so schonungslos investigativ tätig zu werden. Vielleicht, weil die betroffenen Personen ohnehin schon durch Ableben fehlen und sich nicht mehr zu verantworten haben? Aber halt, da war ja noch das Gesetz, wonach „Beihilfe zu Mordtaten in der NS-Zeit auf einen Schlag verjährte“. Es wäre und war also nicht so dramatisch mit der Verantwortung.

„Doch es waren auch viele unter ihnen, die zuvor schon im Nationalsozialismus Karriere gemacht hatten.“…
„Die beiden Wissenschaftler schreiben in ihrem Abschlussbericht, dass die Hausleitung sich bewusst für Personen mit brauner Vergangenheit entschieden habe, es also kein Zufall gewesen sei.“…
„Wenn in den 1950er- und 1960er-Jahren Vorwürfe gegen Mitarbeiter des Hauses bekannt wurden – oft kamen diese aus der DDR – , ging das Justizministerium diesen nach. Es gab jedoch keinen einzigen Fall, so die beiden Wissenschaftler, der zu einer Entlassung geführt habe.“…

„Von einer Verschwörung will Safferling jedenfalls nicht sprechen.“

In meiner Wohnzimmer-(wohlgemerkt nicht Universitäts-)Bibliothek befindet sich ein Buch von Jörg Friedrich. Der Titel lautet
„Die kalte Amnestie
NS-Täter in der Bundesrepublik“.
Die Angabe zum Copyright nennt den Dezember 1984 als Datum der Erstveröffentlichung. Was mag verursacht haben, daß außer mir niemand (bei der ARD) den Inhalt zur Kenntnis nehmen wollte? Es wird doch hoffentlich keine „Verschwörung“ gewesen sein.

„Die Ergebnisse seien „kein Ruhmesblatt, weder für dieses Ministerium noch für die Bundesregierung insgesamt“, sagte Justizminister Maas. Als eine Konsequenz aus dem Bericht will er die Juristenausbildung um dieses Themenfeld erweitern. Studierende müssten mehr darüber lernen, genauso wie diejenigen, die heute im Bundesjustizministerium arbeiten. Die erste Fortbildung ist schon für Dezember geplant.“…

– Daumen hoch für diesen bemerkenswerten Schnellstart – nach 66 Jahren!


https://propagandamelder.wordpress.com/2016/10/10/propagandameldungen-vom-10-oktober-2016/comment-page-1/#comment-87081