SENSATION!
Die „Zeit“ weicht beim Ukraine-Konflikt von der Hofberichterstattung entlang der Linie der Bundesregierung ab!

– Ach, wird jetzt endlich objektiver berichtet?

– Nein, genau umgekehrt! Jetzt werden in der „Zeit“ schon klare kritische Aussagen der Bundeskanzlerin an die Adresse von Kiew verfälscht und manipuliert wiedergegeben, um die eigene Agenda durchzudrücken.

Und das ist der Beweis:

I.

Hier ist die offizielle deutsche Mitschrift der gestrigen Pressekonferenz von Merkel und Putin in Sotchi: https://www.bundesregierung.de/Content/DE/Mitschrift/Pressekonferenzen/2017/05/2017-05-02-pk-merkel-putin-sotschi.html.

Hier ist die Berichterstattung der „Zeit“ zu dieser Pressekonferenz: http://www.zeit.de/politik/ausland/2017-05/russland-angela-merkel-wladimir-putin-besuch-g20-ukraine.

Solche offiziellen Termine erlauben immer einen guten Test der Qualität der Berichterstattung.
Es wird ja nicht über Ereignisse weit weg in unübersichtlichen Bürgerkriegsgebieten berichtet, was kaum überprüfbar ist. Hier kann man hingegen den Gegenstand der Berichterstattung – das offizielle Transkript der Pressekonferenz – und den Artikel dazu einfach ausdrucken und bequem Satz für Satz vergleichen.

Ergebnis: Folgende entscheidende Aussagen von Merkel zum Ukraine-Konflikt sind in der „Zeit“ zensiert oder verfälscht wiedergegeben:

II.

A) Merkel äußerte sich gestern erstmals explizit und öffentlich zu der Reihenfolge der Umsetzung der politischen Punkte von Minsk: zunächst lokale Wahlen – dann Kontrolle über die Grenze. Diese Reihenfolge ist ja der größte Streitpunkt zwischen Kiew und Donbas/Moskau. Position von Kiew dabei: erst Grenze – dann Wahlen.

Zitat Merkel dazu:

„Aber unser Ziel bleibt eindeutig, dass die Ukraine auch wieder Zugang zu ihrer eigenen Staatsgrenze bekommt. Dem vorgeschaltet sind aber nach dem Minsker Abkommen eben ein Waffenstillstand und dann politische Lösungen, die dort Kommunalwahlen möglich machen.“

Merkel stellt sich somit erstmals mit den Russen gegen die Position von Kiew. Für die „Zeit“ ist das aber offenbar unwichtig.

III.

B) Merkel äußerte sich gestern erstmals explizit und öffentlich, dass die Ukraine einen Sonderstatus der Separatistengebiete akzeptieren müsse. Zitat Merkel:

„Für mich ist der Schlüssel – das ist auch meine dringende Bitte an den russischen Präsidenten -, alles zu tun, um diesen Waffenstillstand hinzubekommen, weil sich aus meiner Sicht nur dadurch ein Klima in der ukrainischen Gesellschaft bildet, in dem dann auch schmerzhafte Kompromisse bezüglich des Status der Gebiete um Donezk und Lugansk möglich sind.“

Bericht der „Zeit“ dazu: „Erst [der Waffenstillstand] ermögliche es, vor Ort „schmerzhafte Kompromisse“ einzugehen.“

Seltsam – Merkel hat doch genau die Konfliktpartei benannt, die Kompromisse eingehen muss, und auch den Inhalt – den Sonderstatus des Donbas, – dies bleibt aber dem Leser der „Zeit“ verborgen. Ist wohl auch unwichtig.

IV.

Zwar werden diese beiden Punkte von Vertretern der Bundesregierung auf Arbeitsebene in Kiew schon länger angemahnt – auf höchster politischer Ebene in Deutschland jedoch erstmalig genannt. Der Druck der Bundesregierung auf Kiew wird also weiter erhöht.

Das sind doch ganz entscheidende Informationen zu der sich geänderten Position der Bundeskanzlerin zur Lösung des Konflikts.

Der „Zeit“-Leser darf das aber nicht erfahren und soll weiterhin glauben, dass die Bundesregierung die Kriegstreiber in Kiew vorbehaltlos unterstützt.


https://propagandamelder.wordpress.com/2017/05/03/propagandameldungen-vom-03-mai-2017/comment-page-1/#comment-123423

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